Schullandheim ZöthenProjekte - Reptil des Jahres 2006 |
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| Die Waldeidechse Zooocta viviparia, vormals Lacerta viviparia |
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Klasse: Ordnung: Familie: Gattung: |
| Foto: DGHT |
Erstmalig wird 2006 das Reptil des Jahres gewählt. Entschieden hat sich die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde für die Wald- oder Bergeidechse, eine der häufigsten einheimischen Eidechsenarten. Mit dieser Wahl soll nicht nur auf die potentielle Gefährdung der Eidechsen hingewiesen werden sondern auch auf den dringend nötigen Schutz des Lebensraumes der Eidechsen.
Namen
Bergeidechse (Süddeutschland), Mooreidechse (Norddeutschland), Wieseneidechse
Durch die Änderung des lateinischen Namens Lacerta vivipara in Zootoca vivipara möchte man deutlich machen, daß sich die Waldeidechse in vielen Punkten von anderen Eidechsenarten unterscheidet, dazu gehört neben dem unterschiedlichem Aussehen auch die geringere Chromosomenzahl und das komplizierte Geschlechtschromosomensystem der Weibchen.
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Allgemeines Häufigste Eidechsenart Mitteleuropa. Sie kann wie alle anderen Eidechsenarten auch, bei Gefahr den Schwanz abwerfen. |
Lebensraum und Verbreitung |
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| Quelle: DGHT |

Aussehen
Länge bis 18 cm, etwa zwei Drittel davon ist der Schwanz, die Waldeidechse ist die kleinste einheimische Art. Im Vergleich zu anderen Eidechsen sind die Beine sehr kurz.
Der Kopf ist ziemlich kurz, wenig abgeplattet und wenig zugespitzt. Der Schwanz ist dick, bis etwa zur Hälfte gleichbleibend und erst dann dünner werdend.
Die Rückenschuppen sind groß und gekielt, die kleinen Schuppen der Mittelreihe gehen langsam in größere Schuppen über. 25 – 37 Schuppenquerreihen. Am Kopf findet sich hinter dem Nasenloch eine einzelne Schildschuppe. Das fünfte paarige Kehlschild ist mindestens halb so groß wie das vierte. Die Bauchschilder stehen in 6 bis 8 Längsreihen. Große Schuppen bilden ein gezacktes „Halsband“.
Färbung sehr verschieden, variiert zwischen braun und grau. Es gibt auch Schwärzlinge (var. nigra). Kehle und Hals sind hellgrau gefärbt. Am Rücken viele weiße und dunkle Streifen und Flecken.
Das Weibchen ist am Bauch gelblich bis hellbraun mit nur wenigen oder keinen Punkten und hat zwei dunkle Seitenstreifen und einen dunklen Streifen am Rücken.
Beim Männchen ist der Rückenstreifen m.o.w. aufgelöst, am Bauch ist es dottergelb, orange bis rot mit zahlreichen schwarzen Flecken. Außerdem haben die Männchen größere Köpfe und eine dickere, oft kantig wirkende Schwanzwurzel als die Weibchen.
Jungtiere, die bei der Geburt 30 bis 50 mm lang sind, sind beidseitig deutlich dunkler gefärbt, bronzefarben bis schwarzbraun mit einem schwärzlichen Schwanz.
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Nahrung
Spinnen, Fliegen, Käfer, Heupferdchen, Larven. Reiner Fleischfresser.
Jagd mit Augen und Gehör.
Vermehrung
Die Paarungzeit beginnt bereits in den ersten warmen Frühlingstagen und kann bis in den Juni hinein dauern. Die Männchen verlassen die Winterquartiere 2 bis 4 Wochen vor den Weibchen und vorjährigen Jungtieren, diese werden erst mit 2 Jahren geschlechtsreif. Waldeidechsen sind als einzige heimische Eidechsenart lebendgebärend (Ovovivipare bzw. Viviparie), sie bekommen also lebende Junge. Die befruchteten Eier entwickeln sich im Eileiter, die Mutter kann durch Auswahl m.o.w. warmer Aufenthaltsorte die Entwicklung steuern. Die Tragzeit dauert zwischen 5 und 12 Wochen.
5-10 Junge verlassen die dünne, durchsichtige Eihülle direkt bei der Eiablage und sind sofort selbständig. Die ungeborenen Eidechsen ernähren sich im Mutterleib vom Dotter in der Eihülle. Ein Vorteil dieser Vermehrung ist die Möglichkeit größere Höhen und damit extremere Lebensräume besiedeln zu können. Jedoch kann es sein, daß trächtige Weibchen sogar überwintern müssen.
In einigen Gebieten legen die Weibchen jedoch, wie andere Eidechsenarten auch, hartschalige Eier ab, Die Jungtiere durchbrechen die Schale mit Hilfe eines Eizahnes auf dem Oberkiefer.
Feinde
Gejagt werden die Alttiere von Schlangen, Säugetieren und Rabenvögeln, aber sie sind dadurch nicht gefährdet. Jungtiere werden vor allem durch Vögel und Raubkäfer stark bejagt, aber auch ausgewachsene Waldeidechsen können ihnen gefährlich werden.
Der größte Feind ist aber der Mensch, vor allem durch die Zerstörung des Lebensraumes der Eidechsen, durch die regelmäßige Mahd von Grabenböschungen und durch den Einsatz von Giften. Großflächige Abholzungen, aber auch Aufforstungen zerstören ebenfalls Eidechsenbiotope.
Auch wenn die Waldeidechse die häufigste einheimische Eidechsenart ist, wird sie in einigen Bundesländern als gefährdet eingestuft.
Schutzmaßnahmen
Eidechsenschutz ist wie bei vielen anderen Tier- und Pflanzenarten am effektivsten, wenn der Lebensraum geschützt wird. Steinhaufen, Totholz, allg. die berühmte giftfreie Unordnung in Garten und Landschaft muß erhalten bleiben.
Besonderheiten
Winterschläfer, am häufigsten zwischen März und Oktober zu beobachten.
Wie alle deutschen Echsenarten ist auch die Waldeidechse gefährdet.
Relativ langsam.
Das Lebendgebären ist eine Anpassung an das recht niedrige Klima ihres Lebensraumes, in dem die notwendigen Bruttemperaturen meist fehlen. Jedoch wurden in den letzten Jahren in einigen Regionen (Pyrenäen, Südwestfrankreich, Ostalpen) auch eierlegende Waldeidechsen gefunden. Bei dieser Unterart Zootoca vivipara carniolica besitzen übrigens beide Geschlechter 36 Chromosomen.
Waldeidechsen können gut schwimmen.
| Natur des Jahres 2006 | Download Steckbrief Waldeidechse 332 KB |
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Waldeidechsen-Puzzle 309 KB |
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