Schullandheim Zöthen

Projekte - Pilz des Jahres 2006

Kobi
 
Der Ästige Stachelbart
Hericium coralloides
 
Pilz des Jahres 2006 - Der Ästige Stachelbart

Klasse:
Basidiomycetes - Ständerpilze

Unterklasse:
Agaricomycetidae - Hutpilze

Ordnung:
Russulales - Sprödblättler

Familie:
Hericaceae - Stachelbartartige

Gattung:
Hericium - Stachelbärte

Foto: DGfM

2006 wurde von der Deutschen Gesellschaft für Mykologie (DGfM) der Ästige Stachelbart zum Pilz des Jahres gewählt. Der Grund für diese Wahl war nicht nur die Seltenheit und Gefährdung dieses Pilzes sondern auch der notwendige Schutz seines Lebensraumes – alte Buchenwälder.

Namen
Hericium clathroides, Hericium ramosum

Verbreitung und Lebensraum
Alte Buchen- und Laubmischwälder der Nordhemisphäre. Zu finden im Zeitraum von Juli bis Oktober an Totholz.

Pilz des Jahres 2006 - Der Ästige Stachelbart
Foto: www.interhias.de

Aussehen
Oft über 20 cm Durchmesser.
Aus einem unförmigen Klumpen entwickelt sich nach und nach die korallenartige Form. Der Pilz sitzt auf einem dicken, zähem Strunk und immer feiner werdende Verästelung, die an der Unterseite kammartig angeordnete 8 bis 10 mm lange, hängende Stacheln besitzen auf denen das sporenbildende Hymenium sitzt.
Die Farbe ist schneeweiß bis cremefarben. Das Fleisch ist weiß und brüchig und riecht leicht nach Rettich. Die feinen Ästchen bilden die Sporen aus, diese sind farblos, der Sporenstaub ist weiß.

Vermehrung
Die Sporen keimen vor allem an alten, abgestorbenen Buchen aus, das Myzel dringt ins Buchenholz ein und hilft mit bei der Zersetzung. Der Pilz benötigt Totholz, er ernährt sich also saprothroph.
Der Fruchtkörper also der sichtbare korallenförmige Pilz bildet sich erst ganz am Schluß der Entwicklung.

Nutzen
Mithilfe bei der Zersetzung von organischem Material. Schaffung von Lebensräumen für andere Lebewesen, z.B. Insekten und Vögel.
Für den Menschen hart und ungenießbar, in einigen Büchern wird er als jung eßbar beschrieben.

Verwechslung
Krause Glucke (Sparassis crispa) – wächst auf Nadelholz.
Tannen-Stachelbart – an Tannen, Tannen-Stachelbart und Ästiger Stachelbart wurden früher für die gleiche Art gehalten.

Pilz des Jahres 2006 - Der Ästige Stachelbart

Gefährdung
Verschwinden die alten Buchenwälder so verschwindet auch der Ästige Stachelbart. Neben dem Abholzen und Verschwinden ganzer Wälder ist auch der Ordnungswahn des Menschen tödlich für den Pilz. Das Ausräumen der Wälder, die Abholzung und Entfernung toter Bäume nimmt nicht nur ihm den Lebensraum. Da inzwischen immer mehr Fichtenmonokulturen in Laubmischwälder umgewandelt werden, könnte der Stachelbart in ferner Zukunft Überlebenschancen haben.

Dr. Robert Thomas and Dorothy B. Orr © California Academy of Sciences


Quellen und Bilder:
NABU
Wikipedia
Deutsche Gesellschaft für Mykologie
Vistaverde
www.mykonet.ch
www.naturlexikon.com
Deutsche Wildtierstiftung
Bogon-Naturfoto
Focus
www.interhias.de
Naturhistorische Gesellschaft Nürnberg
Calphotos-Berkeley –
Dr. Robert Thomas and Dorothy B. Orr © California Academy of Sciences

Pilzewelt
www.swr.de
Ökostation Freiburg
Bayerisches Fernsehen
Ewald Gerhardt - Pilze Band 2 - BLV Intensivführer - München 1985


Natur des Jahres 2006 Download Steckbrief Ästiger Stachelbart
194 KB



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