Schullandheim Zöthen

Projekte - Wildtier des Jahres 2006

Kobi
 
Der Seehund
Phoca vitulina
 
Wildtier des Jahres 2006 - Der Seehund

Klasse:
Mammalia - Säugetiere

Ordnung:
Carnivora - Raubtiere

Familie:
Phocidae - Hundsrobben

Gattung:
Phoca - Echte Hundsrobben

Foto: Wikipedia Commons

Von der Schutzgemeinschaft Deutsches Wild wurde der Seehund zum Wildtier des Jahres 2006 gewählt.

Systematik

Der Seehund gehört zu den Hundsrobben die mit 19 Arten in 10 Gattungen vertreten sind. 5 Unterarten, die sich regional angepaßt haben, davon eine, der Ungava Seehund (Phoca vitulina mellonae) im Süßwasser (Ostkanada – Lower Seal Sea).

Wildtier des Jahres 2006 - Der Seehund Wildtier des Jahres 2006 - Der Seehund Wildtier des Jahres 2006 - Der Seehund Wildtier des Jahres 2006 - Der Seehund Wildtier des Jahres 2006 - Der Seehund
Phoca vitulina vitulina
Ostatlantischer Seehund
http://nature.ok.ru
Phoca vitulina concolor
Westatlantischer Seehund
http://sealcensus.org
Phoca vitulina richardsi
Ostpazifischer Seehund
www.tupperclub.de
Dirk Dittert
Phoca vitulina stejnegeri
Westpazifischer Seehund
www.darwin.museum.ru
Phoca vitulina mellonae
Ungava Seehund
www.redpath-museum.mcgill.ca

Herkunft
Die Flossenfüßer zu denen der Seehund gehört haben sich im Miozän (vor 35 – 20 Millionen Jahren) aus Landraubtieren entwickelt. Man geht davon aus, daß ihre Vorfahren Marderverwandte waren. Ohrenrobben haben sich dagegen wahrscheinlich aus bärenartigen Vorfahren entwickelt.

Wildtier des Jahres 2006 - Der Seehund Verbreitung und Lebensraum
Seichte Küstengewässer der gemäßigten, subarktischen und arktischen Nordhalbkugel. Beiderseits von Nordatlantik und Nordpazifik. In Europa vor allem im Wattenmeer, wandert in manchen Gegenden bis zu 300 km die Flüsse hoch landeinwärts. Bevorzugt werden Sandbänke, aber auch Felsküsten werden besiedelt.

Wikimedia Commons - Jonathan Hornung

Wildtier des Jahres 2006 - Der Seehund
Wikimedia Commons

Wildtier des Jahres 2006 - Der Seehund Aussehen und Anpassungen
Körperlänge etwa 120 bis 195 cm, also eine relativ kleine Robbenart. Gewicht bis etwa 100 kg. Männliche Tiere sind meist deutlich größer und schwerer als weibliche. Typische Robbenform mit relativ rundlichem Kopf und ohne äußeres Ohr. Typisch sind auch die großen Kulleraugen, die dem Wasser optimal angepaßt sind. Unter Wasser können Seehunde hervorragend sehen, über Wasser sind sie kurzsichtig. Das graubraune bis silbrig-graue Fell ist glatt und besitzt zahlreiche, meist dunklere Flecken oder Ringe. Einmal im Haar findet ein Fellwechsel statt. An Land typisches „Robben“.

Wikimedia Commons

Anpassung an den Lebensraum Wasser

Wildtier des Jahres 2006 - Der Seehund Wildtier des Jahres 2006 - Der Seehund
Wikimedia Commons Animal Diversity Web – University Of Michigan

Nahrung
Fische, teilweise auch Muscheln, Schnecken und Krustentiere. Die Nahrung wird unter anderem mit Hilfe der sehr empfindlichen Tasthaare aufgespürt. 4,5 bis 8,2 kg Nahrung benötigt ein Seehund am Tag, das entspricht 5 bis 6 % des Körpergewichtes.
Zur Ernährung der Robben gehören auch regelmäßige Sonnenbäder. Diese sind wichtig, da Sonnenlicht nötig ist für den Vitamin D-Stoffwechsel.

Wildtier des Jahres 2006 - Der Seehund
Wikimedia Commons

Wildtier des Jahres 2006 - Der Seehund Fortpflanzung
Seehunde leben in kleinen Trupps ohne engere Bindung zusammen. Die Männchen werden mit 3 bis 7 Jahren bei einem Gewicht von etwa 75 kg geschlechtsreif, die Weibchen mit 2 bis 6 Jahren und etwa 50 kg Gewicht.
Im Frühsommer, Juni bis Juli, werden die 10 bis 12 kg schweren Jungen nach 11 Monaten Tragezeit (je nach Unterart) meist auf Sandbänken, geboren. Im Gegensatz zu vielen anderen Robbenarten kommen die Jungrobben ohne das sonst übliche Säuglingsfell zur Welt. Das Muttertier erkennt ihr Junges an Geruch und an Kontaktlauten, dem sog. „Heulen“. Jungtiere können deshalb schon früh ins Wasser gehen und werden von der Mutter vier bis sechs Wochen lang gesäugt, am Anfang alle drei Stunden. Robbenmilch besitzt übrigens den höchsten Fettgehalt aller Säugetiere.
Die im Nordwest-Pazifik lebende Unterart Phoca vitulina largha bringt die Jungen auf dem Treibeis zur Welt, zur Tarnung behalten diese Jungen ihr weißes Wollfell länger.
Die Lebenserwartung der Seehunde beträgt bis zu 35 Jahre, wobei Weibchen deutlich älter werden als Männchen.

ARKive – Mark Hamblin - www.osf.uk.com
Wildtier des Jahres 2006 - Der Seehund
ARKive – Okapia – www.osf.uk.com

Gefährdung
Der Seehund ist in Deutschland ganzjährig geschützt und wird in der Roten Liste der gefährdeten Tierarten als gefährdet eingestuft. Weltweit gibt es etwa 500000 Tiere, davon 90000 an europäischen Küsten.
Jagd, Seehunde sind als Konkurrenten bei Fischern nicht besonders beliebt.
Fischfang, zum einen führt die Überfischung einiger Fischarten auch zu Nahrungsmangel bei den Robben, zum anderen verenden viele Robben auch in den Netzen.
Wasserverschmutzung, Seehunde reagieren auf Umweltgifte sehr empfindlich, nicht nur mit direkten Vergiftungssymptomen, sondern auch mit Unfruchtbarkeit und Krebsanfälligkeit.
Tourismus und daraus resultierende Störungen im Lebensraum. Auch geht durch den sich ausweitenden Tourismus Lebensraum an den Küsten verloren. Entweder durch Störungen im Lebensraum oder durch Zusammenstöße und daraus resultierende Verletzungen z.B. durch Motorboote, Jet-Ski u.ä.
Virusinfektionen, v.a. Staupe haben in den letzten Jahren immer wieder zu großen Verlusten in den Seehundbeständen geführt. 2002 starben in Nord- und Ostsee rund 28000 Tiere, das sind etwa 40 % des Bestandes an der Staupe.

Wildtier des Jahres 2006 - Der Seehund
Naturschutzgesellschaft Schutzstation Wattenmeer

Heuler
Jungtiere die von ihrer Mutter zeitweise oder auch ganz verlassen werden versuchen mit Hilfe von lautem Heulen Aufmerksamkeit zu erregen. Meist legt die Mutter ihr Junges am Strand ab um auf Jagd zu gehen und der Heulruf dient der Kontaktaufnahme und dem Wiederfinden. Oft finden Spaziergänger solche anscheinend verlassenen Babys, bekommen Mitleid und nehmen sie in falsch verstandener Tierliebe mit. In den wenigsten Fällen sind die Jungtiere tatsächlich verlassen, meist wurden sie nur während der Nahrungssuche der Mutter abgelegt. Sinnvoller ist es in ausreichend großer Entfernung abzuwarten bzw. nach einigen Stunden den Platz noch einmal aufzusuchen ob das Tier tatsächlich ein Waisenkind ist. Echte Waisen wirken auch meist abgemagert und schwach. Sollte dies der Fall sein ist es unbedingt nötig eine Aufzuchtstation für Seehunde zu verständigen.

Zukunftsaussichten
Langfristige Überlebenschancen haben Seehunde in Deutschland wahrscheinlich nur, wenn ihr Lebensraum geschützt wird und vor allem die Wasserqualität deutlich besser wir.

Verwandte Arten
Zu den Echten Hundsrobben (Gattung Phoca) gehören neben dem Seehund (Phoca vitulina) noch Sattelrobbe (Phoca groenlandica), Bandrobbe (Phoca fasciata), Ringelrobbe (Phoca hispida), Kaspische Robbe (Phoca caspica), Baikalrobbe (Phoca sibirica) und Largha-Robbe (Phoca largha).

Wildtier des Jahres 2006 - Der Seehund Wildtier des Jahres 2006 - Der Seehund
Phoca groenlandica
Sattelrobbe
Wikimedia Commons - Historic NMFS Collection
Phoca groenlandica – Verbreitung
Sattelrobbe – Verbreitung
Wikimedia Commons
Wildtier des Jahres 2006 - Der Seehund Wildtier des Jahres 2006 - Der Seehund
Phoca fasciata
Bandrobbe
http://nmml.afsc.noaa.gov – Lew Consiglieri
Phoca fasciata - Verbreitung
Bandrobbe – Verbreitung
Wikimedia Commons
Wildtier des Jahres 2006 - Der Seehund Wildtier des Jahres 2006 - Der Seehund
Phoca hispida
Ringelrobbe
Wikimedia Commons
Phoca hispida – Verbreitung
Ringelrobbe – Verbreitung
Wikimedia Commons
Wildtier des Jahres 2006 - Der Seehund Wildtier des Jahres 2006 - Der Seehund
Phoca caspica
Kaspische Robbe
Phoca caspica – Verbreitung
Kaspische Robbe – Verbreitung
Wildtier des Jahres 2006 - Der Seehund
Phoca sibirica
Baikalrobbe
www.mammalogy.org
Wildtier des Jahres 2006 - Der Seehund Wildtier des Jahres 2006 - Der Seehund
Phoca largha
Largha-Robbe
http://lazovzap.dvo.ru
Phoca largha – Verbreitung
Largha-Robbe – Verbreitung
www.pagophilus.org


Quellen und Bilder:
Animal-Diversity
Wikipedia
Wikipedia Commons – Jonathan Hornung
Wikipedia Commons
Arkive.org
www.tiermotive.de
www.tierlexikon.ch - Marcel Burkhard
National Oceanic and Atmospheric Administration
sealcensus.org
nature.ok.ru
www.tupperclub.de
darwin.museum.ru
www.redpath-museum.mcgill.ca
www.pagophilus.org


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