Schullandheim ZöthenProjekte - Insekt des Jahres 2006 |
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| Der Siebenpunkt-Marienkäfer Coccinella septempunctata |
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Ordnung: Familie: |
| Foto: NABU / M. Delpho |
Das Kuratorium „Insekt des Jahres“ hat zusammen mit der Österreichischen Entomologischen Gesellschaft den Siebenpunkt-Marienkäfer zum Insekt des Jahres 2006 ernannt
Allgemeines
Weltweit sind 5500 Marienkäfer-Arten bekannt, davon leben 69 allein in Deutschland. Die Arten sind verschieden gefärbt und haben unterschiedliche oder auch keine Punktezeichnung.
Namen
Sonnenkälbchen, Himmelsziege, Sommervögelchen, Blattlauslöwen, Frauenkäfer, Herrgottskühlein, Muttergottesschäfchen, Jungfrauenkäfer, Motschekiebchen
Die Jungfrau Maria war die Namensgeberin für den Marienkäfer. Ihr Auftrag an die eifrigen Käfer zur Blattlausbekämpfung und als Schutz vor dem Bösen gab den Käfern den Namen.
Die meisten Arten werden nach der Anzahl der Punkte auf den Flügeldecken benannt, so auch das Insekt des Jahres 2006, der Siebenpunkt-Marienkäfer.
Aussehen
Der Körper des Siebenpunkt-Marienkäfers ist kurz und breit, halbkugelig hochgewölbt. Er ist 5 bis 9 mm lang, die Flügeldecken sind auffällig orange-rot mit 7 schwarzen Punkten. Kopf, Schild und Extremitäten sind schwarz, an Schild und Kopf befinden sich weiße Abzeichen.
Die Fühler sind am Ende keulenförmig verdickt.
Larve: blaugrau gefärbt mit gelber Zeichnung am Thorax und an 2 Hinterleibsringen.
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Vermehrung
Die Weibchen werden im Herbst oder im Frühjahr begattet, die Eiablage geschieht im Frühjahr nach einem Reifefraß an Zweigen oder an der Unterseite von Blättern, oft in der Nähe von Blattlauskolonien. Die in Gruppen von 10 bis 20 nebeneinander gelegten kleinen Eier sind leuchtend gelb. Ein Weibchen legt etwa 400 Eier. Die frisch geschlüpften Larven sind schwarz und fressen als erste Nahrung ihre Eischalen. Nach drei Häutungen werden sie blau-grau mit gelben oder orangen Punkten. Nach einigen Wochen verpuppen sich die Larven. Dazu befestigt die Larve ihr Hinterteil mit Hilfe eines Sekretes an einer Pflanze. Während die Puppe schon befestigt ist häutet sie sich noch einmal. Diese frisch gehäutete Puppe ist gelb, verfärbt sich dann zu orange mit schwarzen Flecken und rollt sich ein. Die aus den Puppen schlüpfenden Marienkäfer sind zunächst gelb und erst nach dem Aushärten des Chitinpanzers scheint ihre tatsächliche Farbe. Die ganze Entwicklung von Ei zum adulten Käfer dauert je nach Witterung und Nahrungsbedingungen ein bis zwei Monate. Meist kommt es zu einer Generation im Jahr, selten auch zwei.
Überwinterung
Marienkäfer überwintern in größeren Ansammlungen in Laubhaufen, alten Baumstümpfen oder Mauerspalten. Sie verbringen den Winter in einer Winterstarre, ein körpereigenes Frostschutzmittel als Glyzerin und anderen Zuckern verhindert ein völliges Einfrieren.
Höchstalter etwa 1 Jahr.

Nutzen und Nutzung
Ein einziger erwachsener Siebenpunkt-Marienkäfer kann am Tag 100 bis 150 Blattläuse verspeisen, die Larven fressen bis zur Verpuppung, also in etwa 3 Wochen, 400 bis 600 Blattläuse. Hochgerechnet bedeutet dies, daß ein Marienkäfer zusammen mit seinen Nachkommen in einem Sommer etwa 100000 Läuse beseitigt.
Manche Marienkäferarten werden inzwischen gezüchtet und in Rahmen der Biologischen Schädlingsbekämpfung gezielt eingesetzt. Auf der einen Seite ist dies wünschenswert, da damit der Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln stark eingeschränkt werden kann. Andererseits werden nicht nur einheimische Mareinkäferarten eingesetzt. Fremde Arten gelangen so in unsere Umwelt, mit teilweise negativen Folgen.
Gefährdung
Insektizideinsatz in Landwirtschaft und Gartenbau. Auch wenn die eingesetzten Mittel meist selektiv wirken, also den Nützlingen nicht schaden wird den Marienkäfern zumindest zeitweise auf einer großen Fläche die Nahrungsgrundlage entzogen. Besonders gefährlich sind dabei sog. Ausstriebs-Spritzmittel.
Durch den Einsatz von nicht heimischen Marienkäferarten bei der biologischen Schädlingsbekämpfung gelangen diese fremden Arten ins Freiland und nehmen heimischen Arten teilweise den Lebensraum weg. Der häufig eingesetzte Asiatische Marienkäfer (Harmonia axyridis) frißt neben Blattläusen auch Marienkäferlarven und viele andere Insekten. Im Raum Hamburg kann er bereits häufig beobachtet werden.
Auch Parasiten können Marienkäfern gefährlich werden. Einer davon ist die Marienkäfer-Brackwespe (Perilitus coccinellae) die dem Marienkäfer ein Ei zwischen die hinteren Flügeldecken legt. Die daraus schlüpfende Larve bohrt sich in den Käfer und nutzt ihn als lebende Vorratskammer. Schlupfwespen der Gattung Gelis interessieren sich indirekt ebenfalls für die Marienkäferlarven. Indirekt deshalb weil sie von Brackwespen befallene Larven aufsuchen. Sie behandeln die Brackwespenlarven genauso wie diese die Marienkäferlarven behandeln und benutzen so quasi eine Vorratskammer in der Vorratskammer.
Schutz
Schaffung bzw. Schutz des Lebensraumes, Ackerrandstreifen, Verzicht auf Insektizide.
Besonderheiten
Marienkäfer sind giftig auch wenn es kaum bekannt ist. Bei Gefahr scheiden sie aus Poren an den Gelenken ein gelbliches Sekret, ein Alkaloid namens Cocinellin aus. Dieses riecht stark und schmeckt extrem bitter. Für Menschen ungefährlich wird es von den Käfern benutzt um z.B. Ameisen zu vertreiben die Blattläuse oft als Zuckerlieferanten beschützen.
Vögel probieren den auffällig roten Käfer auf Grund des bitteren Geschmacks nur einmal.
Siebenpunkt-Marienkäfer gelten als Glücksbringer, Grund dafür ist unter anderen die Zahl der Punkte auf den Flügeldecken, da 7 als Glückszahl gilt.
Die 4 irdischen Elemente und die göttliche Dreizahl ergeben zusammen 7.
Siebenpunkt-Marienkäfer waren auch die heiligen Tiere der germanischen Göttin der Liebe und Fruchtbarkeit Freya.
Im Mittelalter galten die roten Käfer als Geschenk der heiligen Maria – für die Bauern ein Segen.
Massenauftreten gibt es auch beim Siebenpunkt. Vor einigen Jahren wurde an einem 5 Kilometer langen Ostseestrand ein Marienkäferschwarm von mehr als 25 Millionen Käfern gesichtet.
Es gibt auch Blattlausarten die für den Siebenpunkt-Marienkäfer (nicht für andere Marienkäfer) giftig sind, z.B. die Holunderblattlaus (Aphis sambuci), in diese reichert sich beim Pflanzensaftsaugen Blausäure an, welches für den Siebenpunkt tödlich ist.

| Quellen und Bilder: Bellmann, Heiko – Der neue Kosmos-Insektenführer – Stuttgart 1999 www.nabu de Schutzgemeinschaft Deutscher Wald www.arthropods.de Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft Berlin und Braunschweig www.swr.de www.entomologie.de www.ratgeberbox.de www.insektenratgeber.de www.insektenbox.de Bogon Naturfotos www.br-online.de |
| Natur des Jahres 2006 | Download Steckbrief Marienkäfer 105 KB |
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Marienkäfer-Puzzle 264 KB |
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