Schullandheim ZöthenProjekte - Vogel des Jahres 2005 |
![]() |
| Der Uhu Bubo bubo |
|
![]() |
Der Naturschutzbund NABU und der Landesbund für Vogelschutz in Bayern kürten für das Jahr 2005 den „König der Nacht“, den Uhu als den Vogel des Jahres. Der Uhu steht als Symbol für Erfolg und Gefährdung des Artenschutzes in Deutschland. Zum einen für den Erfolg, weil die Wiederansiedlung der größten europäischen Eule in weiten Teilen Deutschlands erfolgreich war, zum anderen für die erneute Gefährdung, weil es seit einigen Jahren erneut rückläufige Bestandszahlen gibt. Außerdem steht der Uhu auch als Hinweis auf die Notwendigkeit seinen Lebensraum, die Felsregionen, zu schützen. |
Allgemeines
Die versteckte Lebensweise des dämmerungs- und nachtaktiven Uhus ist Schuld an seiner heutigen Situation. Nachtaktive Tiere, die nur selten zu sehen sind, schaurige Rufe von sich geben und niedliche Tiere wie Hasen und Kaninchen jagen waren dem Menschen schon immer unheimlich. Trophäenjagd, Konkurrenzdenken, Aberglaube und Egoismus (Tourismus, Freizeitsport, Standortkonkurrenz u.v.a) taten ein übriges. 1965 gab es auf Grund der starken Verfolgung nur noch wenige Brutpaare in Deutschland. Erst nach und nach zeigten sich Erfolge bei den Schutzmaßnahmen, inzwischen gibt es mit bundesweit etwa 850 Brutpaaren einen stabilen Bestand. Lokal zeigt sich aber auch wieder ein Rückgang der Bestandeszahlen, die Ursachen dafür sind noch nicht bekannt.
Systematik
In Europa gibt es zwei Arten die zur Gattung Bubo gehören, zum einen unseren europäischen Uhu (Bubo bubo) und die nordeuropäische Schnee-Eule (Bubo scandicus). Letztere wird erst seit kurzem zur Gattung Uhu gerechnet.
Name
Sowohl der deutsche Name „Uhu“ als auch die lateinische Bezeichnung „Bubo bubo“ ist auf den, v.a. in der Balzzeit oft zu hörenden Ruf des Uhus „Buhoo buhoo“ zurückzuführen. Gleiches gilt für regional benutzte Namen wie z.B. Bubu, Schuhu.
Die englische Bezeichnung „Eagle Owl“ (Adlereule), genauso wie das italiensiche „Gufo reale“ und das spanische „Buho real“ (Königseule) verweist auf die Größe des Vogels.
| Verbreitung Nordafrika, Eurasien nach Osten bis Sachalin und den Kurilen. Im Süden bis Nordafrika, Südarabien, Südindien und Südchina. Uhus fehlen in Nordwestfrankreich, auf den britischen Inseln, auf Island und den meisten Mittelmeerinseln. |
![]() |
Bestandesentwicklung
Gegen 1965 gab es in Deutschland nur noch wenige Brutpaare. Durch intensive Schutzmaßnahmen hat der Bestand in Mitteleuropa inzwischen wieder zugenommen. In Mitteleuropa gibt es gegen 2600 Brutpaare, in Deutschland etwa 800 bis 850. Der Bestand gilt aber noch nicht als gesichert. Problematisch ist eine erneute Abnahme der Brutpaare in manchen Gegenden, so z.B. in Südbayern.
Verbreitungsschwerpunkte sind neben Schleswig-Holstein vor allem die Mittelgebirge und der Alpenraum.
![]() |
Lebensraum Gut strukturierte Gegenden mit Steinbrüchen oder anderen Felswänden, bevorzugt in der Nähe von Gewässern und dichteren Baumgruppen. Uhus legen aber trotzdem Wert auf Freiflächen. Wichtig ist Nahrungssicherheit auch im Winter. Im Hoch- und Mittelgebirge bis etwa 1200 m Höhe, an Flüssen oder felsigen Wäldern, aber auch im Flachland. Es besteht Brutplatzbindung. Junge Uhus wandern auf Reviersuche umher, Altvögel sind meist Standvögel. Die Reviergröße ist sehr unterschiedlich. Man geht davon aus, daß ein Uhu in direkter Umgebung des Horstes etwa 150 ha benötigt, als Jagdgebiet werden 500 bis 3000 ha pro Paar angenommen. Während das Brutrevier gegen Konkurrenten verteidigt wird, wird das Jagdgebiet mit Nachbarn geteilt. |
Zugverhalten
Uhus sind zumindest in Deutschland Standvögel, nur Jungvögel wandern auf Reviersuche umher.
| Aussehen 135 bis 180 cm Flügelspannweite, 59 bis 73 cm Höhe und ein Gewicht von bis 4200 g machen den Uhu zur größten Eule der Welt. Die Weibchen (1700 – 4200 g)sind deutlich größer und schwerer als die Männchen (1600 bis 2800 g). Auffällig ist der massige, tonnenförmige Körper dessen Gefieder in hellen und dunklen Brauntönen gemustert ist Die Bauchunterseite ist heller als die Oberseite. Oberseits ist die Färbung rost- bis dunkelbraun mit dunkleren Streifen, die Schulterfedern besitzen große Flecken auf der Außenfahne. Bauchseits ist das Gefieder heller gelblichbraun mit Längsflecken und feinen Querwellen. Am dicken Kopf sind die 8 cm langen Federohren und die großen orange-gelb leuchtenden Augen besonders auffällig. Die Augenfarbe ist vom Karotingehalt des Futters abhängig. Der helle Kehlfleck ist nur bei rufenden Tieren zu sehen. Die Ohren stehen in Ruhe schräg nach hinten oder nach der Seite ab, nur bei Erregung stehen sie senkrecht. Die Läufe sind dicht befiedert und Schnabel und Krallen sind schwarz. Die Flügel sind lang und breit mit abgerundeten Flügelspitzen. Uhuaugen sind doppelt so lichtempfindlich wie Menschenaugen. |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
| Blind geborene Nestlinge mit weißen Dunen, später mit bräunlichgelbem Übergangsgefieder, Jungvögel mit beiger Unterseite und dunkler, undeutlicher Wellenzeichnung. | ||
![]() |
![]() |
![]() |
Alter
Freilandtiere werden im Schnitt 25 Jahre alt, bei Volierenhaltung wurde ein Alter von 68 Jahren erreicht.
Ruf
Revierabgrenzung, ganzjährig da Standvogel
Männchen: dumpf „Bu hoo“
Weibchen: hell „U h ju“
etwa alle 8 bis 10 Sekunden
Wechselgesang zur Balzzeit (Herbst und Frühjahr), während Brutzeit nur selten
Bettelrufe des Weibchens: heiseres „Ch ri ä ä“ , vor allem während der Beuteübergabe am Nest
Warnruf: „gr ä ck“, graureiherähnlich
Jungvögel: In den ersten Lebenstagen hört man ein leises „Sri“, später ein kurzes scharfes „Chzscht“. ab der 7. Lebenswoche rufen sie mehrsilbig ein heiseres „Chjüjöö“.
![]() |
Nahrung 53 Säugetierarten und 177 Vogelarten gehören nach wissenschaftlichen Untersuchungen zu den Beutetieren des Uhus. Gelegentlich werden auch Fledermäuse, Fische und Amphibien erbeutet. Etwa 1/3 der Beute besteht aus Mäusen und Ratten. Pro Tag werden etwa 300 g Nahrung benötigt. Das breite Beutespektrum, das, wenn auch zu einem sehr geringen Anteil, auch Rehkitze, Feldhasen oder Rauhfußhühner umfaßt ist für den schlechten Ruf des Uhus bei Jagdpächtern verantwortlich. |
| Gejagt wird vor allem vom Ansitz aus, aber auch im Pirschflug. Die Beute wird über das ausgezeichnete Gehör und mit den Augen lokalisiert und denn geschlagen. Die weichen Federn verursachen im Flug kein Geräusch und ermöglichen so die Jagd im Flug. In Ausnahmefällen läuft er auch mal am Boden einem Beutetier hinterher. Uhus jagen vor allem in der Dämmerung. Unverdauliche Nahrungsbestandteile, wie Knochen, Haare und Federn werden als Gewölle (34 x 72 x 210 mm) wieder ausgewürgt. Einige Beutevögel, z.B. Raben- und Greifvögel, greifen ruhende Uhus sogar an, man nennt dieses Verhalten „Hassen“. |
|
Brutbiologie
Geschlechtsreife
Manche Uhus sind schon im ersten Lebensjahr geschlechtsreif, erfolgreiche Freilandbruten jedoch erst ab dem dritten Lebensjahr. Männchen werden früher geschlechtsreif als Weibchen.Balz
Balzzeit ist zweimal im Jahr im Herbst und Ende Januar/Anfang Februar. Deutlich kann man in dieser Zeit die Rufe, vor allem des Männchens, hören. Bereits während der Herbstbalz finden sich die Paare. Monogame Dauerehe.| Brut und Aufzucht | |
![]() |
![]() |
| Zwischen Ende Januar und Mitte März beginnt die Eiablage. Als Nistplatz werden Felsnischen oder verlassenen Greifvogelhorste bevorzugt, seltener werden flache Nistmulden am Boden oder auf Kirchtürmen benutzt. Wichtig ist auf jeden Fall ein Regenschutz und eine freie Anflugmöglichkeit. Plötzliche Störungen, z.B. durch Wanderer oder Kletterer führen häufig zur Aufgabe der Brut. Gegen wiederkehrende Störungen, z.B. Baumaschinen sind Uhus weniger empfindlich. | |
![]() |
Ein Gelege besteht aus 2 bis 5 weißen, kugeligen Eiern (60 x 50 mm, 75 – 80 g) die im Abstand von 3 bis 4 Tagen gelegt werden. Bereits nach dem ersten Ei beginnt die Brut. Nach 34 (31 bis 36) Tagen schlüpfen die blinden Junguhus mit einem Schlupfgewicht von 37 bis 55 g. Nach 4 Tagen können die Jungvögel sehen und nach etwa 4 Wochen stehen. Schon nach 10 Wochen sind die Jungvögel flügge, klettern aber schon lange vorher aus dem Horst um die Umgebung zu erforschen (Ästlingszeit). Bodenbruten verlassen das Nest früher als Felsbruten. Selbständig werden sie Junguhus erst im Sommer, bis dorthin werden sie noch regelmäßig von den Altvögeln, vor allem vom Weibchen, versorgt, manche sogar noch bis in den Herbst hinein. |
| Die Sterberate liegt im ersten Jahr bei 70%, später dann bei etwa 20 %. Durchschnittlicher Bruterfolg: 1,3 Junge pro begonnene Brut. Während das Weibchen alleine brütet, ist das Männchen für die Versorgung des Weibchens und später der Jungvögel zuständig. |
|
![]() |
![]() |
![]() |
Gefährdung und Schutz
Rote Liste: 3 = gefährdet, regional wird bald eine Einstufung in Kategorie 2 = stark gefährdet erfolgen, da in manchen Gebieten die Bruterfolge stark rückläufig sind.
Wiederansiedlungsprojekte bewirkten eine starke Zunahme der Bestandeszahlen seit den 60er Jahren, in denen der Uhu als fast ausgestorben galt (40 Brutpaare). Inzwischen gilt der Bestand mit etwa 850 Brutpaaren in Deutschland als stabil. Seit einiger Zeit ist aber in manchen Gebieten (Südbayern) die Zahl der erfolgreichen Aufzuchten rückläufig.
| Jagd | |
![]() |
Eine große Gefahr ging früher von der Jagd aus. Uhus wurden von Jägern und Landwirten als Konkurrent und Niederwildschädling gesehen und im 18. und 19. Jahrhundert im Rahmen der staatlich geförderten Raubzeugbekämpfung massiv bejagt. Heute trifft dies nur noch selten zu, auch wenn es einige Unbelehrbare gibt. Leider werden immer noch Eier aus Horsten gestohlen und von Falknern im Brutkasten ausgebrütet. In vielen Gegenden werden deshalb gefährdete Horste von Vogelschützern bewacht. Hüttenjagd: Schon in der Antike wurden viele Junguhus aus den Horsten genommen und als Lockvögel für die Jagd auf Greif- und Rabenvögel benutzt. Dazu band man den Jungvogel auf einem Pfahl fest. Raben- und Greifvögel die den wehrlosen Uhu dort sitzen sahen „haßten“ auf ihn, d.h. sie griffen ihn an und verfingen sich in versteckten Netzen und an Leimruten bzw. konnten leicht aus einer versteckten Hütte heraus geschossen werden. Noch 1914 wurden in Ulm 83 Junguhus als Lockvogel zum Verkauf angeboten. |
![]() |
|
Aberglaube
Als „Totenvogel“ und Unglücksbringer wurden Uhus früher gejagt und zur Abwehr und Abschreckung an Scheunentore genagelt. Angeblich sollte dies auch gegen Blitzschlag schützen.
Landwirtschaft und Industrie
Insektizide und Herbizide lagern sich in vielen Beutetieren des Uhus ab, reichern sich an und werden so auch vom Uhu aufgenommen. Schwächungen der Eischale verbunden mit entsprechenden Brutverlusten, Mißbildungen oder verringerte Fruchtbarkeit können die Folge sein.
Zusätzlich kommt noch ein Verlust des Lebensraumes durch Nutzungsänderungen in der Landschaft und die Renaturierung von Steinbrüchen.
Tourismus und Sport
Problematisch ist vor allem die Störung an den Brutplätzen durch Klettersportler. Wanderer, abseits der Wege beeinträchtigen die Brut und Jungenaufzucht ebenfalls. Jedoch konnte diese Gefährdung durch Öffentlichkeitsarbeit und Informationen entlang der Wanderwege reduziert werden.
| Verkehr und Strommasten Vor allem Strommasten verursachen große Verluste unter Uhus (70%). Auf Grund seiner Größe kann es leicht passieren, daß ein Uhu beim Landen auf einem Masten stromführende Teile berührt und stirbt. Nach und nach werden die gefährlichen Masten entschärft, aus Kostengründen geschieht dies aber nur sehr langsam, laut Bundesnaturschutzgesetz muß diese Entschärfung 2012 abgeschlossen sein. Windenergieanlagen können u. U. ebenfalls den Lebensraum des Uhus beeinträchtigen. |
![]() |
Beutegreifer
Fuchs und Marder können eigentlich nur Ästlingen gefährlich werden. Nestlinge werden vom Muttervogel beschützt, ältere Vögel können sich selbst ausreichend verteidigen.
Schutzmaßnahmen
![]() |
![]() |
| Nisthilfen Werkstoff Sperrholz, wasserfest verleimt, Stärke: 22 mm (Schaltafeln). Es kann auch Massivholz verwendet werden. Griffleisten: Massivholz, ungehobelt, 36 x 56 mm (Dachlatten), Eckenverstärkung: Massivholz 26 x 30 mm. Für die Montage am Baum werden zusätzlich Balken, Spanngurte oder Schellen benötigt. Die Griffleisten sind mit einem Schutzanstrich zu versehen. Verschraubung Spax-Schrauben 4 x 40 mm. Montagehinweis Der Kasten wird zur Hälfte mit Schreddermaterial aus Holz gefüllt. (keine Hobelspäne). |
![]() |
| Bauteil Nr. |
Bezeichnung | Maße in mm B x H |
Anzahl | Stärke |
| 1 | Bodenplatte | 600 x 600 | 1 | 22 |
| 2 | Seitenwand | 250 x 600 | 2 | 22 |
| 3 | Seitenwand | 250 x 644 | 2 | 22 |
| 4 | Griffleisten außenliegend (Dachlatten) | 600 | 2 | 36 x 56 |
| 4 | Griffleisten außenliegend (Dachlatten) | 716 | 2 | 36 x 56 |
| 5 | Langschlitze in der Bodenplatte (Wasserablauf) | ca. 13 x 400 | 2 | - |
| 6 | Eckenverstärkung innenliegend waagerecht | 600 | 2 | 26 x 30 |
| 6 | Eckenverstärkung innenliegend waagerecht | 540 | 2 | 26 x 30 |
| 6 | Eckenverstärkung innenliegend waagerecht | 220 | 4 | 26 x 30 |
| Natur des Jahres 2005 | Download Steckbrief Uhu 460 KB |
![]() |
Uhu-Puzzle 295 KB |
| Übersicht | Projekte | ||
| Thema Tiere | Thema Pflanze | Thema Orientierung | Thema Geschichte und Geographie |
| Thema Basteln | Thema Druckerei | Thema Sport | Verschiedenes |