Schullandheim ZöthenProjekte - Blume des Jahres 2005 |
![]() |
| Der Große Klappertopf Rhinanthus angustifolius |
|
![]() |
Die Stiftung zum Schutz gefährdeter Pflanzen benannte den großen Klappertopf zur Blume des Jahres 2005. Neben der Gefährdung der Pflanze selbst war auch die Gefährdung des Lebensraumes Niedermoor ein Grund für die Wahl. |
| Allgemeines Der Klappertopf ist ein Halbschmarotzer, er ist auf Wirtspflanzen zur Versorgung mit Wasser und Nährstoffen angewiesen. Er besitzt aber trotzdem Chlorophyll um durch Photosynthese Zucker und Sauerstoff herstellen zu können. Mit Hilfe sogenannter Haustorien werden die Wurzeln der Wirtspflanzen, meist Wiesengräser angezapft. In Deutschland gibt es 6 Klappertopf-Arten, unter denen es viele Kreuzungen gibt. Grüne Pflanzen enthalten den Giftstoff Rhinanthin (= Aucubin), früher traten bei Weidetieren gelegentlich Vergiftungen auf. Getrocknet ungiftig. FWZ: -1. |
| Name Rassel, Wiesenklapper, Totsauger Der Gattungsname Rhinanthus (griechisch „rhinos“ = Nase und „anthos“ = Blume) beschreibt die nasenähnliche Blütenform. Die reifen Früchte klappern im Fruchtkelch und waren namensgebend für den deutschen Namen „Klappertopf“. Bereits im 12. Jahrhundert wird der Klappertopf als „razela“ von Hildegard von Bingen erwähnt. Im 15. Jahrhundert wird die Bezeichnung „Klapper“ benutzt, den Namen „Klappertopf“ gibt es seit 1833. Standort Wechselfeuchte, artenreiche Niedermoorwiesen. Magerkeitszeiger. Bevorzugt werden sonnige frische bis feuchte, nährstoffarme Grünlandgesellschaften, aber auch Halbtrockenrasen oder basenreichere, sandig-lehmige Äcker. Bis 1300 m Höhe. Soziologie: Kennart der Molinio-Arrhenatheretea mit Schwerpunkt in Molinietalia. |
![]() |
Aussehen
Das Aussehen des Klappertopfes ist je nach Jahreszeit und Standort verschieden, im Frühjahr blühende Pflanzen sind schlank und kaum verzweigt im Gegensatz zu Pflanzen die erst im Sommer blühen (Saison-Dimorphismus). Zusätzlich gibt es noch Unterschiede je nach Standort.
Der einjährige Große Klappertopf wird bis zu 70 cm hoch. Sein vierkantiger Stengel ist kahl oder schwach zweizeilig behaart und schwarz gezeichnet. Die unteren Tragblätter besitzen 4 bis 8 mm lange Zähne und eine 1 bis 5 mm lange Granne.
Die bis 2,4 cm lange zitronengelbe Kronröhre ist zweilippig, geschlossen, schwach gekrümmt und deutlich länger als der Kelch, welcher zur Fruchtreife aufgebläht ist. Die Oberlippe besitzt nahe der Spitze beidseits einen 2 mm langen violetten Zahn. Blütezeit ist von Mai bis September. Bestäubt wird der Klappertopf durch Hummeln, selten durch Falter.
Die dicken bis 4,5 mm großen Samen haben einen Flügelsaum mit dessen Hilfe sie durch den Wind verbreitet werden. Sie sitzen nur locker am aufgeblasenen Kelch, bei jedem Windhauch ist ein klapperndes Geräusch zu hören, welches namensgebend für die Pflanze ist.
Die länglich-lanzettlichen Blätter des Klappertopfes sind dunkelgrün und gezackt und stehen gegenständig und recht dicht.
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
Gefährdung
In ganz Deutschland ist der Große Klappertopf gefährdet, in manchen Gegenden bereits ausgestorben.
Vor allem die Entwässerung der Moore führte zu einem starken Rückgang des Klappertopfes. Feuchte Mähwiesen wurden aus arbeitstechnischen Gründen immer öfter trockengelegt und aufgedüngt. Leistungsorientierte Wiesensaatmischungen verdrängten ebenfalls viele Pflanzen.
| Quellen und Bilder: www.heute.t-online.de NABU Bayerischer Rundfunk Wikipedia www.stiftung-naturschutz-hh.de www.landwirtschaft.sachsen.de derstandard.at www.liberherbarum.com www.boga.ruhr-uni-bochum.de Rauschert 1961: Wiesen- und Weidepflanzen Schmeil, Fitschen 1988: Flora von Deutschland |
| Natur des Jahres 2005 | Download Steckbrief Großer Klappertopf 333 KB |
| Übersicht | Projekte | ||
| Thema Tiere | Thema Pflanze | Thema Orientierung | Thema Geschichte und Geographie |
| Thema Basteln | Thema Druckerei | Thema Sport | Verschiedenes |