Schullandheim ZöthenProjekte - Nutztierrasse des Jahres 2005 |
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| Das Bentheimer Landschaf | |
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Allgemeines Widerstandsfähige, anspruchslose Schafrasse, die sich durch eine gute Wollqualität (3 – 5 kg/Jahr) bei hervorragender Fleischqualität auszeichnet. Sehr gut ist die Marschfähigkeit dieser aussterbenden Haustierrasse. Benannt ist diese Schafrasse nach der im südwestlichen Niedersachsen liegenden Grafschaft Bentheim. |
| Geschichte Bentheimer Landschafe gibt es noch nicht sehr lange und trotzdem gilt der Bestand als stark gefährdet. Entstanden ist diese Rasse in der Mitte des 19. Jahrhunderts durch die Kreuzung von niederländischen Schafen, den sog. Drenther Heideschafen mit einheimischen Moor- und Heideschafen aus dem Raum Bentheim und Lingen im Emsland. 1868 wurden erstmals Schafe beschrieben die den Bentheimer Landschafen entsprechen. Bentheimer Schafe heißen diese Tiere erst seit 1918, züchterisch gearbeitet wird erst seit etwa 1934, als das Bentheimer Landschaf als eigene Schafrasse anerkannt wurde. 1955 gab es etwa 2500 Tiere, das war der damalige Höhepunkt der Rasse. 1970 gab es nur noch 50 Zuchttiere dieser Rasse, verteilt auf nur 3 Züchter, inzwischen stieg der Bestand auf ungefähr 2700 Tiere an. |
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Kennzeichen Genetisch hornlose großrahmige Schafrasse. Kennzeichnend sind lange Beine und lange Mittelhand. Die lange Wolle ist reinweiß, nur an Kopf, den langen Ohren und Beinen dunkelbraune Flecken. Typische ist die sogenannte Ramsnase des unbewollten, langen Kopfes. Sehr gute, harte Klauen – moderhinkefest. Bewollter Schwanz. Die Muttereigenschaft der Bentheimer ist sehr gut, die Ablammleistung liegt bei 150 bis 170 %. Schafböcke haben 70 bis 75 cm Rückenhöhe bei einem Gewicht von 80 bis 90 kg, während Mutterschafe etwa 5 cm kleiner und 20 kg leichter sind. Woll-Leistung: 3 bis 5 kg pro Jahr, reinweiß, Qualität D-DE, 37 bis 38 Mikron, frei von haarigen Strähnen, fällt bei Tieren des alten Typs lang ab. Fruchtbarkeit: 150 – 170 % Ablammergebnis |
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Gefährdung und Schutz
Wie bei vielen anderen Haustierrassen auch ist vor allem die Vereinheitlichung der Zuchtziele Schuld am starken Rückgang der Bentheimer. Die moorigen Weiden wurden trockengelegt und schon legte man keinen Wert mehr auf die gesundheitlichen Qualitäten der Bentheimer Landschafe. Dazu kam noch der allgemeine Rückgang der Schafhaltung in Deutschland.
Wiederentdeckt wurden die Bentheimer durch die Landschaftspflege, denn dazu ist diese Rasse ideal geeignet, mit dem Nebeneffekt der guten Fleischqualität. Problematisch ist allerdings die enge genetische Variabilität, da der heutige Bestand auf nur 50 Rassetiere zurückgeht. Um Inzuchtschäden zu vermeiden wurden deshalb Böcke einer französischen Landrasse (Causses du Lot) eingekreuzt. Schwierig war dies jedoch durch die Veränderung des Zuchtziels in Richtung Fleisch und durch die vermehrte Koppelschafhaltung. Kreuzungstiere zeigten auch schlechtere Wollqualitäten. Günstiger erwies sich die Einkreuzung von Rhön-schafen und erneut auch Drenthe-Heideschafen.
Auch heute noch ist das Bentheimer Landschaf gefährdet, nicht nur durch mögliche Inzucht. Die Leistungsansprüche mancher Züchter gehen von der Tradition und der Landschaftspflege weg zur Fleischleistung. Dazu kommt, daß die EU beabsichtigt nur noch BSE- und Scrapie-resistente Rassen zulassen möchte, wodurch der aktuelle Bentheimer-Bestand stark geschwächt werden würde. Positiv beeinflußt wird durch Zucht durch die Zahlung von Erhaltungsprämien in einigen Bundesländern.

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