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Projekte - Wildtier des Jahres 2004

Kobi
 
Der Siebenschläfer
Glis glis
 
Wildtier des Jahres 2004 - Der Siebenschläfer Allgemeines:

Die Zerstörung seines Lebensraumes ist vor allem Schuld am starken Rückgang der größten deutschen Schlafmaus, dem Siebenschläfer. Deshalb wurde der Siebenschläfer von der Schutzgemeinschaft Deutsches Wild zum Wildtier des Jahres 2004 ernannt.

Vorkommen:

Trockene Eichen- und Buchenwälder mit alten, höhlenreichen Bäumen und viel Totholz. Mittelgebirge, meidet sandige und kiesige Böden. Auwälder, naturnahe Parks.
Wärmeliebend, daher nicht in Nord und nördlichem Osteuropa.
Mittel-, Süd- und Osteuropa

Wildtier des Jahres 2004 - Der Siebenschläfer
Wildtier des Jahres 2004 - Der Siebenschläfer Aussehen:

Siebenschläfer sind bis 20 cm lang, dazu kommen noch einmal 11 bis 16 cm für den buschigen Schwanz. Das braun- bis blaugraue dichte Fell schimmert silbrig und ist an der vom Rücken deutlich abgegrenzten Unterseite heller. Auffällig sind die großen Augen die von einem dunklen Augenring umsäumt sind und ein hervorragendes Dämmerungssehen ermöglichen. Eine weitere dunkle Fellstelle ist über der Oberlippe. Die rundlichen Ohren sind relativ klein.
Dank seiner scharfen Krallen und der kissenartigen Schwielen an den Fußsohlen ist er ein sehr guter Kletterer.

Nahrung:

In erster Linie frißt er Eicheln, Bucheckern, Nüsse, Kastanien, Beeren und Obst. Aber auch Insekten, Eier und Jungvögel schmecken ihm.
Im Frühjahr nagt er oft großflächig Baumrinde, v.a. der Lärche ab.

Wildtier des Jahres 2004 - Der Siebenschläfer
Wildtier des Jahres 2004 - Der Siebenschläfer Lebensweise:

Die nachtaktiven Siebenschläfer halten einen langen Winterschlaf den sie Ende September beginnen und der bis Mitte Mai dauert. Tagsüber halten sich die Tiere in ihrem Nest oder in anderen Verstecken auf, sie wechseln diese häufig. Nachts ist er sehr aktiv und lautstark auf der Jagd unterwegs. Mit einem dicken Fettpolster bereitet er sich auf den langen Winterschlaf vor. Der Siebenschläfer verbringt diesen in Erdlöchern, Baumhöhlen, Felsspalten und anderen sicheren Verstecken. Sie können 5 bis 9 Jahre alt werden.

Fortpflanzung:

Vier Wochen nach dem Winterschlaf beginnt die Paarungszeit der Siebenschläfer. Etwa 30 Tage danach kommen 2 bis 6 Junge zur Welt die rasch wachsen und mit zwei Monaten schon so groß wie die Alttiere sind. In dieser relativ kurzen Zeit vervielfachen sie ihr Geburtsgewicht von 2 g auf über 70 g. Ein ausgewachsenes Tier wiegt kurz vor dem Winterschlaf bis zu 200 g.

Wildtier des Jahres 2004 - Der Siebenschläfer Feinde:

In erster Linie der Mensch früher durch die Jagd, heute vor allem durch die Zerstörung der natürlichen Lebensräume. In manchen Gegenden sind die Siebenschläfer vor allem als Schädling in Obstplantagen gefürchtet und werden heute noch verfolgt.
Außerdem auch Marder, Katzen und Eulen.

Name:

Siebenschläfer, benannt nach dem langen, oft über 7 Monate andauernden Winterschlaf.
Rellmaus, Billes, Bülmaus, Greili, Schlafratz.

Besonderheiten:

Die Römer hielten Siebenschläfer und mästeten sie als Leckerbissen. Sie fütterten die Siebenschläfer in künstlichen Höhlen an, fingen sie so und hielten sie anschließend in einem sog. Dolium, das waren spezielle Tontöpfe, zur Mast. Dies passiert auch heute noch in einigen Regionen, z.B. in Frankreich oder Slowenien. Hier werden die Bilche aber nicht gezüchtet sondern gejagt.
Es gibt mehrere Unterarten, bei uns kommt die Unterart Glis glis glis vor.

Wildtier des Jahres 2004 - Der Siebenschläfer

Der Siebenschläfertag im Juni, der für das Sommerwetter verantwortlich ist, ist übrigens nicht nach dem Tier Siebenschläfer benannt, sondern nach 7 Heiligen. Diese waren 7 Brüder, namens Johannes, Serapion, Martinianus, Dionysius, Constantinus, Maximus und Malchus und wurden 251 nach Christus wegen ihres Glaubens von Kaiser Decius verfolgt, gefangen genommen und lebendig eingemauert.
195 Jahre später, 446, wurden sie entdeckt, sie wachten auf und starben kurze Zeit später. Von den Gläubigen wurden sie später als Patrone gegen Schlaflosigkeit und Fieber angerufen.

Wildtier des Jahres 2004 - Der Siebenschläfer
Verwandte Arten:

Gartenschläfer
Etwas kleiner und vor allem in Obstgärten und Weinbergen am Boden zu finden. Besonders typisch sind seine schwarze Gesichtsmaske und seine große Vorliebe für tierische Nahrung.

Haselmaus
Nur halb so große wie der Siebenschläfer. Er ist gelbbraun mit weißer Brust. Früher wurde er in vielen Gegenden als Haustier gehalten.

Baumschläfer
Ein typischer Waldbewohner der sehr ähnlich wie der Siebenschläfer aussieht.



Quellen und Bilder:
Forst-Bayern
Bayerischer Rundfunk
Tierlexikon
Religiöses Brauchtum
Glirarium
Umwelt-Kids
NABU
Faunistik.net
Uni Marburg
Markus Kappeler


Natur des Jahres 2004 Download Steckbrief Siebenschläfer
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