Schullandheim Zöthen

Projekte - Insekt des Jahres 2004

Kobi
 
Die Hain-Schwebfliege
Episyrphus balteatus
 
Insekt des Jahres 2004 - Die Hain-Schwebfliege Allgemeines:

Mit der Wespe verwechselt, als Schadinsekt verkannt - das ist das Image der Schwebfliegen. Aber die Schwebfliegen gehören zu unseren nützlichsten Insekten. Vor allem der große Appetit der Larven auf Blattläuse machen sie zu einem großen Helfer in Garten, Land- und Forstwirtschaft.
Weltweit gibt es etwa 6000 Schwebfliegenarten, etwa 450 leben in Deutschland. Mehr als ein Viertel davon leben als Larven von Blattläusen. Die relativ weit verbreitete Hain-Schwebfliege, wurde dieses Jahr zum Insekt des Jahres 2004 gewählt um auf ihre Bedeutung als Nützling aufmerksam zu machen und um für den Erhalt ihres naturnahen Lebensraumes zu werben.

Verbreitung und Lebensraum

Europa, Nordafrika, Asien, Nordamerika.
Vor allem Haine und andere Saumgesellschaften, aber auch in vielen anderen Lebensräumen.

Aussehen:

Das etwa 7 bis 12 mm lange, schmale Insekt besitzt einen dunkelgrün glänzenden Thorax (Brust). Am Hinterleib fällt die charakteristische Bindenzeichnung auf. Es sind doppelte, abwechselnd schmale und breite schwarz-gelbe Bänder, die Binden des 3. und 4. Segments sind durch schwarze, bzw. blaugraue Querlinien getrennt, am 2. Segment sind zwei gelbe Flecken.
Gesicht und Beine sind gelb. Die Stirn über den unbehaarten Augen ist gräulich und über den meist braunen Fühlern dunkler.

Männchen und Weibchen sind deutlich voneinander zu unterscheiden (Sexualdimorphismus). Die Augen der Weibchen sind immer getrennt, während die der Männchen zumindest näher zusammen sind, meist stoßen sie zusammen.

Von den Wespen unterscheiden sie sich vor allem durch den platten Hinterleib (Wespe: fast rund) und die kurzen Fühler (Wespe: lang und geknickt). Giftstachel und beißende Mundwerkzeuge fehlen bei den Schwebfliegen.

Die beinlosen Larven sind weichhäutig transparent weißlich oder grünlich und ohne deutlichen Kopf. Am hinteren Ende befindet sich ein etwas dunkleres doppeltes Schwänzchen. Dies sind die Öffnungen der Tracheen, der Atmungsorgane. Deutlich zu sehen ist der gefüllte Darm, bei älteren Larven auch die rötlichen Malpighischen Gefäße – dünne Schläuche, die als Ausscheidungsorgan in den Darm münden.

Insekt des Jahres 2004 - Die Hain-Schwebfliege
Insekt des Jahres 2004 - Die Hain-Schwebfliege
Insekt des Jahres 2004 - Die Hain-Schwebfliege
Insekt des Jahres 2004 - Die Hain-Schwebfliege
Lebensweise:

Das Weibchen, das in ihrem Leben über 1000 Eier produziert, legt nach der Paarung 200 bis 300 etwa 1 mm lange länglich-ovale und weiße Eier einzeln oder in kleinen Gruppen in der Nähe von Blattlauskolonien ab. Die Eihülle platzt nach zwei bis drei Tagen und die Larve schlüpft. Sofort sucht sie mit Pendelbewegungen des Oberkörpers die erste Blattlauskolonie auf um sich zu stärken. Bis zu 80 Läuse werden pro Tag gestochen und ausgesaugt. Nach 8 bis 11 Tagen und zwei Häutungen erfolgt an der Unterseite von Blättern oder Stengeln die Verpuppung, aus der letzten Larvenhaut wird das sog. Puparium, ein bräunliches tropfenförmiges Gebilde. Nach 1 bis 2 Wochen schlüpft die fertige Fliege, wenige Stunden später ist ihr Außenskelett erhärtet.

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Überwinterung:

Schwebfliegen überwintern zum Teil in milden Wintern als erwachsene Tiere, meist aber als Puppen. Nach dem Winter findet man begattete Weibchen vor allem an Winterling, Kornelkirsche, Weiden und Huflattich. Die meisten Tiere jedoch wandern. Im Frühjahr fliegen sie mit bis zu 25 km/h von ihren Winterquartieren in Nordafrika und Südeuropa nach Mittel- und Nordeuropa. Dort vermehren sie sich und wandern im Herbst in den Süden zurück. Während im Norden nur eine Generation möglich ist entstehen im Süden bis zu 5 Generationen pro Jahr.

Insekt des Jahres 2004 - Die Hain-Schwebfliege Nahrung:

Die Larven der Schwebfliegen fressen Blattläuse. Bis zur Verpuppung werden über 1000 Blattläuse mit Pendelbewegungen gesucht, angestochen und ausgesaugt. Erwachsene Schwebfliegen saugen mit ihrem kurzen Rüssel Nektar und Pollen. Sie sind vor allem auf Dolden- und Korbblütler angewiesen. Beliebt sind Löwenzahn, Pfefferminze, Ringelblumen und Wilde Petersilie.


Besonderheiten:

Die wespenähnliche Färbung der Schwebfliegen dienen dem Schutz vor Feinden. Dies nennt man auch Mimikry. Freßfeinde, z.B. Vögel, versuchen meist nur einmal eine Hornisse oder Wespe zu fressen. Ein Stich reicht aus. Davon profitiert die harmlose Schwebfliege, da sie von einem Vogel für eine gefährliche Wespe gehalten wird. Typisch ist ebenfalls der Flug, manchmal scheinen sie wie ein Hubschrauber in der Luft stehen zu bleiben.

Insekt des Jahres 2004 - Die Hain-Schwebfliege
Schwebfliegen werden gezüchtet, die Larven kann man zur Schädlingsbekämpfung in Treibhäusern oder Wintergärten im Versandhandel kaufen.

Die Hain-Schwebfliege (Vorkommen) wird auch "Gemeine Winterschwebfliege", wegen des Vorkommens in milden Wintern, oder "Gegürtelte Schwebfliege", wegen der gürtelähnlichen Zeichnung genannt. Auch der lateinische Name "balteatus" von lat. balteus für Gürtel oder Gurt weist auf die auffällige Zeichnung hin.


Quellen und Bilder:
Insektenbox
Biologische Bundesanstalt Land- und Forstwirtschaft
Bundesministerium für Umwelt- und Naturschutz
Deutsches Entomologisches Institut
Der Grüne Faden
www.gruen-as.de
Poppens Schädlingsbekämpfung GmbH
Informationsdienst Wissenschaft
Natur-Lexikon
Kleine Forscher


Natur des Jahres 2004 Download Steckbrief Hain-Schwebfliege
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