Schullandheim Zöthen

Projekte - Weichtier des Jahres 2004

Kobi
 
Die Gemeine Kahnschnecke
Theodoxus fluviatilis
 
Weichtier des Jahres 2004 - Die Gemeine Kahnschnecke Allgemeines:

Die Gemeine Kahnschnecke ist eine nur wenige Millimeter große Kiemenschnecke der durch Gewässerverschmutzung und -regulierung immer mehr ihre Nahrungsgrundlage und ihr Lebensraum entzogen wird.

Aussehen:

Nur wenige Windungen hat das dickwandige Gehäuse der Gemeinen Kahnschnecke. Es ist 4,5 bis 6,5 mm hoch, 6 bis 9 mm breit und halbeiförmig. Die Innenwände der inneren Windungen lösen sich im Lauf des Wachstums auf und bilden einen einzigen Raum. Die Spindelseite der Öffnung bildet eine ebene Platte. Verschließbar ist das Gehäuse durch einen Kalkdeckel, das sog. Operculum. An ihm befindet sich ein als Muskelansatz ein starker Fortsatz.
Von wenigen schwarzen Ausnahmen besitzt die Gemeine Kahnschnecke eine weißgelbliche Grundfärbung mit violettbraunen bis rötliche Netzzeichnung.
Vom Körper ist auch beim Kriechen der Tiere nur wenig zu sehen. Die breite Schnauze ist vorne eingeschnitten. Die Fühler sind lang, fein und spitz und seitlich neben ihrer Basis liegen die Augen.

Weichtier des Jahres 2004 - Die Gemeine Kahnschnecke
Weichtier des Jahres 2004 - Die Gemeine Kahnschnecke
Weichtier des Jahres 2004 - Die Gemeine Kahnschnecke
Vorkommen:

Im Mittel- und Unterlauf von Flüssen und Seen. Vor allem im Süßwasser, gelegentlich auch in Brackwasserzonen. Bevorzugt werden große Fließgewässer mit steinigem Grund.
Weit verbreitet in Norddeutschland, in den südlicheren Gebieten gehen die Bestände stark zurück. In den Alpen, den Voralpengebieten und im Donaugebiet fehlt die Gemeine Kahnschnecke.

Fortpflanzung:

Die Eiablage erfolgt zwischen Mitte April und Anfang Oktober. Nachts werden etwa 1 mm große Eikapseln mit jeweils ca. 70 Eiern an Steinen oder anderen harten Gegenständen abgelegt. Meist entwickelt sich in den nächsten ein oder zwei Monaten nur ein Ei in der Eikapsel, die anderen dienen als sog. "Nähreier" für die Jungtiere. Mit einer Größe von 0,5 bis 1 mm schlüpft das Jungtier. Ein Vorteil dieser Fortpflanzungsform ist die gesicherte Ernährung der Jungtiere im Ei, ein Nachteil die geringe Vermehrungsrate.
Die Gemeine Kahnschnecke kann 2 bis 3 Jahre alt werden.

Nahrung:

Vor allem Kieselalgen. Da diese einen harten Panzer besitzen, der vor der Nahrungsaufnahme erst durch Zerreiben am harten Untergrund zerstört werden muß, kommt die Gemeine Kahnschnecke nur auf entsprechend steinigen Untergründen vor.

Weichtier des Jahres 2004 - Die Gemeine Kahnschnecke
Gefährdung:

Rote Liste der bedrohten Tierarten: stark gefährdet.

Verwandte Arten:

Brackwasser-Kiemenschnecke – Theodoxus fluviatilis littoralis
Unterart der Gemeinen Kahnschnecke, kommt vor allem im Brackwasser vor. Ostseeküste.

Gebänderte Kahnschnecke – Theodoxus transversalis
Früher große Teile der Donau, heute nur noch Restbestände in der Isar, im Unterwasser des Kachlet-Staus und in der oberen Alz. In Österreich ausgestorben.

Donau-Kahnschnecke – Theodoxus danubialis
Nur noch sehr kleine Restbestände bei Bad-Abbach und bei Kehlheim in der Donau. In Österreich in der Donau verschollen, nur noch sehr wenige Vorkommen in Nebengewässern.



Quellen und Bilder:
Mollusken-NRW
NABU


Natur des Jahres 2004 Download Steckbrief Gemeine Kahnschnecke
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