Schullandheim Zöthen

Projekte - Orchidee des Jahres 2004

Kobi
 
Die Grüne Hohlzunge
Coeloglossum viride
 
Orchidee des Jahres 2004 - Die Grüne Hohlzunge
Foto: W. Eccarius
Allgemeines:

Einer der Gründe für die Wahl der Grünen Hohlzunge zur Orchidee des Jahres 2004 durch den Arbeitskreis Heimische Orchideen ist die massive Gefährdung ihre bevorzugten Standorte, den Bergwiesen bis in Höhen von 2900 m.

Aussehen:

Die in Ausnahmefällen bis zu 30 cm hohen Pflanzen besitzen handfömig geteilt Knollen aus denen ein stumpfkantiger, kahler und hellgelblichgrüner Stengel wächst.
Stengelumfassende, blaugrüne Laubblätter, die 3 – 7 unteren sind eiförmig, 1 – 5 cm lang und 0,8 bis 3 cm breit, die oberen sind lanzettlich. Der darüber austreibende scheintraubige Blütenstand ist manchmal sehr reichblütig, mit bis zu 30 Einzelblüten. Diese stehen achselständig bei den grünen Tragblättern.
Die grüne Hohlzunge blüht von Anfang Mai bis Anfang Juli, an manchen Standorten sogar bis Ende Juli. Die 5 bis 30 Einzelblüten sind klein 1 bis 1,7 cm lang, grünlichgelb bis grün, geleg. auch rötlich überlaufen. 5 kleine Perigonblätter bilden einen halbkugelförmigen Helm. Die bis zu 10 mm lange dicke, dreilappige Lippe hängt zungenförmig herab und besitzt 2 Längsleisten. Der sackförmige, nektarhaltige Sporn ist 2 – 3 mm lang, dick und grünlich-weiß.
Auffallend ist ein schwach honigartiger Geruch der vor allem Nachtfalter, aber auch Käfer, Wespen und Bienen zur Bestäubung anlockt.

Orchidee des Jahres 2004 - Die Grüne Hohlzunge
Foto: H. Dostmann
Orchidee des Jahres 2004 - Die Grüne Hohlzunge
AHO
Vorkommen:

Typische Bergwiesenorchidee mit Schwerpunktvorkommen in den Alpen, aber auch in Mittelgebirgen ab 100 m Höhe in Gebieten mit extensiver Wiesennutzung. Sie bevorzugt mäßig feuchte, kalkreiche, nährstoffarme Böden und ist bis in Höhen von 2900 m zu finden.
Im Flach- und Hügelland konzentrieren sich die Vorkommen auf einige wenige Gebiete mit Kalkmagerrasen oder lichten Wäldern.
Weite Teile Nord-, Mittel- und Südeuropas, Alpen bis Karpaten und Kaukasus.

Gefährdung und Schutzmöglichkeiten

Überdüngung, intensive Wiesennutzung, Klimaänderung.
Ausgestorben in Niedersachsen
Stark gefährdet in Baden-Württemberg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen
Gefährdet: Bayern
Dringend nötig ist es die entsprechenden Lebensräume zu schützen. Wichtig ist eine extensive Nutzung der Standorte durch extensive Beweidung oder regelmäßige Mahd. Eine starke Verbuschung der Wiesen ist zu vermeiden, ebenfalls eine Versauerung der Böden.



Quellen und Bilder:
Forst-Bayern
OGV-Hemau
Orchids
FH Friedberg


Natur des Jahres 2004 Download Steckbrief Grüne Hohlzunge
127 KB



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