Schullandheim ZöthenProjekte - Natur des Jahres 2003 |
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| Der Wolf Canis lupus |
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Der Wolf wurde von der Schutzgemeinschaft Deutsches Wild zum Wildtier des Jahres 2003 gewählt. Man kann sagen, wo es Menschen gibt, dort gibt es auch Wölfe. Dies gilt zumindest für die nördliche Hemisphäre. Auch für Europa. In Europa leben etwa 20.000 Wölfe. In der ehemaligen Sowjetunion vermutet man bis zu 100.000 Wölfe. Während Wölfe in den meisten europäischen Ländern geschützt sind, werden sie in der ehemaligen Sowjetunion stark bejagt. Die Jäger sind es auch, die die Zukunft der Wölfe entscheidend beeinflussen. Akzeptieren Jäger den Wolf als Konkurrenz bei der Reh- und Rotwildjagd? Sind Behörden und Revierbesitzer bereit an Landwirte Entschädigungen für gerissene Haustiere zu zahlen? Bekommt man die Angst vor dem „bösen, schwarzen Wolf“ in Griff? Das alles sind Fragen, deren Beantwortung entscheidend für die Zukunft der Wölfe in Europa ist. |
| Die größten Befürchtungen vor der Rückkehr der Wölfe in unsere Wälder haben neben den Jägern die Landwirte. Jahrelang war es nicht nötig in den Schutz von Rinder-, Schaf- oder Ziegenherden zu investieren. Inzwischen ist in vielen Gegenden sogar der Fuchs ein Problem bei der Freilandhaltung von Schafen. Trotz alledem hält sich der Schaden durch Wölfe in Grenzen. Ein Grund dafür dürfte die große Reviergröße sein. Der durch ein Rudel verursachte Schaden verteilt sich auf ein sehr großes Gebiet. Die Schäden am Wild halten sich in Grenzen. Es bewahrheitet sich, daß Wölfe vor allem kranke und geschwächte Tiere jagen. | |
| Aussehen | |
| Je nach Lebensraum sehen Wölfe verschieden aus, sie leben auf der gesamten Nordhalbkugel und haben sich an verschiedene Lebensräume angepaßt. Jeder kennt den typischen Wolf. Man könnte ihn mit einem Deutschen Schäferhund verwechseln, wäre da nicht der charakteristische Wolfblick. Sein Gewicht reicht, je nach Unterart, von 12 bis über 80 kg, seine Schulterhöhe kann bis über 80 cm betragen. Besonders variabel ist auch die Färbung der Wölfe. Sie variiert je nach Art und Lebensraum, aber auch innerhalb einer Art. Sogar im gleichen Wurf können weiße, schwarze und bunte Wölfe vorkommen. Mitteleuropäische Wölfe sind meist in verschiedenen Brauntönen gefärbt. |
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| Lebensraum | |
| Der Lebensraum der extrem anpassungsfähigen Wölfe ist sehr unterschiedlich. Wölfe leben in der Wüste, im Gebirge und auch in der arktischen Tundra in Eis und Schnee. Einzig die zur Verfügung stehende Nahrung schränkt ihren Lebensraum ein. Dies zeigt auch die sehr variable Reviergröße, die von 50 km² bis fast 2000 km² reichen kann. Zwischen den einzelnen Revieren gibt es eine Art Niemandsland indem die benachbarten Rudel nicht jagen. Das hat den Vorteil, daß sich hier die Beutetiere ungestört vermehren können. Sobald in diesen "Ruhezonen" die Beutetierdichte zu groß wird, wandern sie Beutetiere aus, gelangen so in die Wolfsreviere und werden dort gejagt. |
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| Europäische Wölfe haben mit bis etwa 200 km² Größe eher kleine Reviere, die regionalen Umstände erlauben keine großen Wanderungen. Hier leben Wölfe sogar in direktem Kontakt mit dem Menschen. Manchmal wandern sie bis in die Städte hinein. Trotzdem leben die Wölfe auch in Europa lieber ungestört und fernab der Menschen. | |
| Wölfe in Europa | |
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In Deutschland wurde der Wolf 1882 ausgerottet, lange Zeit konnte er nur in Süd- und Osteuropa überleben. Zwar gab es immer wieder auch in Mitteleuropa Sichtungen von Wölfen, jedoch waren dies immer nur vorübergehende Gäste aus Italien, dem Balkan und den Karpaten. In den letzten Jahren schienen aber immer mehr Wölfe in Nordspanien, Norditalien, dem ehemaligen Yugoslawien, Ungarn, der Slowakei und Tschechien und auch Polen heimisch zu werden. Von dort aus wanderten sie in die angrenzenden Länder Mitteleuropas, also Österreich, Schweiz und Frankreich. Auch in Deutschland gab es immer wieder Sichtungen von Wölfen. |
| Wölfe in Deutschland - Neue Heimat - Muskauer Heide | |
| Seit mehreren Jahren häuften sich Wolfsbeobachtungen im nordöstlichen Sachsen. Anfangs glaubte man eher an streuende Hunde doch bald bestätigten sich die Wolfsbeobachtungen. Ein einzelnes Tier konnte sicher als Wolf identifiziert werden, Spuren und gefundene Risse sicherten den Verdacht ab. | ![]() |
| 1999 wurden gleich zwei Wölfe auf der Jagd beobachtet, sie stammten anscheinend aus dem angrenzenden Westpolen. Im Herbst 2002 sah man plötzlich mehrmals gleich sechs Wölfe – der Beginn eines neuen Rudels. | |
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Die Muskauer Heide, der neue Lebensraum der Wölfe, ist ein etwa 250 Quadratkilometer großes Gebiet. Im Zentrum liegt der Truppenübungsplatz Oberlausitz, der einen idealen Lebensraum für die scheuen Tiere darstellt. Durch den laufenden militärischen Übungsbetrieb fühlen sich die Wölfe anscheinend nicht gestört, das Gebiet ist groß genug um ausweichen zu können. Das Betreten des Truppenübungsplatzes ist wegen der militärischen Nutzung untersagt, deshalb kommt es kaum zu Störungen durch Menschen, die Wölfe haben über 10 00 ha Wald zur Rehjagd zur Verfügung. |
| Lebensweise | |
| Wölfe sind Rudeltiere, sie bilden Gruppen von bis zu 15 Tieren mit einer geregelten Sozialstruktur und einer strengen Rangordnung. Anführer des Rudels ist das Alpha-Paar, Alpha-Rüde und Alpha-Weibchen haben allein das Recht zur Fortpflanzung. Aufgezogen werden dagegen die Welpen des Alpha-Paares vom gesamten Rudel. Das Rudel erleichtert das Überleben, nur so ist eine Arbeitsteilung bei Jungenaufzucht, Verteidigung und Jagd möglich. Auf der anderen Seite macht das Rudel ein ausgeklügeltes Sozialverhalten nötig um die Beziehungen innerhalb der Gruppe zu regeln. Dazu gehört die Verständigung, die beim Wolf sehr vielseitig über Lautäußerungen, Körpersprache und Geruch erfolgt. Heranwachsende Jungtiere, v.a. Rüden, verlassen das Rudel und bilden meist zusammen mit Jungtieren von anderen Rudeln Junggesellenrudel. | ![]() |
| Ernährung | |
| Auch wenn man es nicht glaubt, das Raubtier Wolf ist kein reiner Fleischfresser. Sein Beutespektrum umfaßt Mäuse, genauso wie Hirsche und Elche, also meist Pflanzenfresser. Auch Aas wird angenommen, ebenfalls Obst, Beeren und in Notzeiten sogar Vögel, Insekten und Würmer. In dichter besiedelten Gegenden kommt es natürlich auch immer wieder vor, daß Schafe und Ziegen von Wölfen gerissen werden, v.a. wenn die Herden ohne Bewachung unterwegs sind. | ![]() |
| Jagd | |
| Wölfe jagen in Gruppen, führt das Rudel Junge, dann bleiben oft mehrere Tiere bei den Jungen während der Rest des Rudels auf die Jagd geht. Obwohl Wölfe Hetzjäger sind versuchen sie sich so nahe wie möglich an ein Beutetier anzupirschen. Flieht das Tier, beginnt eine Hetzjagd die bereits nach einigen hundert Metern zu Ende sein kann aber auch über mehrere Kilometer gehen kann. Dies hängt von der Stärke und Ausdauer des Beutetieres ab. Raubtiere sind im allgemeinen sehr vorsichtig mit der Auswahl ihrer Beute. Gesunde Hirsche, Elche, Wildschweine oder ähnlich wehrhaftes Wild wird nur in äußersten Notfällen gejagt. Die Gefahr dabei selbst verletzt zu werden ist zu groß, ein verletzter Wolf kann sich nicht an der Jagd und den Streifzügen beteiligen. Bevorzugt werden geschwächte Tiere, also kranke oder alte Tiere. |
| Böser Wolf | |
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Böser Wolf – guter Wolf, dies ist ein Thema, über das die Menschen schon oft gestritten haben, die einen verdammen ihn als den raub- und mordgierigen Bösewicht, die anderen verklären ihn als das kluge, sozial denkende Tier das sich liebevoll um seine Jungen kümmert. Eins vergessen alle – der Wolf ist ein Tier, das lebt, wie ihm von der Natur vorgegeben wird. Er muß töten um zu überleben und sich um seine Junge kümmern um zu überleben. |
| Wahrscheinlich ist ein Grund für die Angst des Menschen vor dem „bösen, schwarze Wolf“ die Konkurrenz des Wolfes als Jäger. Erst war der Wolf ein Konkurrent bei der Jagd des Menschen, dann besaß er die Frechheit sich an den Haustieren des Menschen zu vergreifen, da diese, leichte Beute waren. Bis 80 kg Gewicht, bis 95 cm Rückenhöhe, bis über 50 km/h schnell - ein Wolf könnte für den Menschen ein sehr gefährlicher Gegner sein. Allerdings gibt es dabei ein Problem. Wölfe sind nämlich äußerst feige, na ja, wahrscheinlich eher besonders klug, Kein Wolf käme auf die Idee sich mit einem gesunden, ausgewachsenen Beutetier anzulegen, auch nicht, wenn es ein Mensch ist. Tatsächlich ist seit Beginn des 20. Jahrhunderts kein Fall sicher belegt, in dem ein Mensch von einem Wolf schwerer verletzt wurde. Als Menschenfresser kam der Wolf vor allem in Kriegen oder nach Seuchen in Verruf. Der Mensch paßt nicht in sein Beuteschema, Leichen als Aas schon. Anders schaut es mit Haustieren aus. Oft kaum bewacht, sind in manchen Gegenden Schafe und Ziege tagelang im Freien unterwegs. Eine leichte Beute für hungrige Wölfe, auf jeden Fall leichter als die Pirsch auf Hirsch und Reh und auf jeden Fall weniger mühselig als die Mäusejagd. Haustierschäden, die durch Wolf oder Luchs verursacht werden, werden aber inzwischen von den jeweiligen Naturschutzbehörden entschädigt. | |
| Beziehungen zwischen Wolf und Mensch | |
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Man kann sagen, wo es Menschen gibt, dort gibt es auch Wölfe. Dies gilt zumindest für die nördliche Hemisphäre. Auch für Europa. In Europa leben etwa 20.000 Wölfe. In der ehemaligen Sowjetunion vermutet man bis zu 100.000 Wölfe. Während Wölfe in den meisten europäischen Ländern geschützt sind, werden sie in der ehemaligen Sowjetunion stark bejagt. Die Jäger sind es auch, die die Zukunft der Wölfe entscheidend beeinflussen. Akzeptieren Jäger den Wolf als Konkurrenz bei der Reh- und Rotwildjagd? Sind Behörden und Revierbesitzer bereit an Landwirte Entschädigungen für gerissene Haustiere zu zahlen? Bekommt man die Angst vor dem „bösen, schwarzen Wolf“ in Griff? Das alles sind Fragen, deren Beantwortung entscheidend für die Zukunft der Wölfe in Europa ist. Die größten Befürchtungen vor der Rückkehr der Wölfe in unsere Wälder haben neben den Jägern die Landwirte. Jahrelang war es nicht nötig in den Schutz von Rinder-, Schaf- oder Ziegenherden zu investieren. Inzwischen ist in vielen Gegenden sogar der Fuchs ein Problem bei der Freilandhaltung von Schafen. Trotz alledem hält sich der Schaden durch Wölfe in Grenzen. Ein Grund dafür dürfte die große Reviergröße sein. Der durch ein Rudel verursachte Schaden verteilt sich auf ein sehr großes Gebiet. Die Schäden am Wild halten sich in Grenzen. Es bewahrheitet sich, daß Wölfe vor allem kranke und geschwächte Tiere jagen. |
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| Wolf und Haustiere | |
| In Mitteleuropa gab es bisher kaum noch Großraubtiere. Bär, Wolf und Luchs waren ausgerottet, die noch zahlreich vorhandenen Füchse können gesunden Haustieren kaum gefährlich werden. Dies ändert sich nun, Luchse und Wölfe leben wieder unter uns, in manchen Gegenden scheinen sich sogar Bären wieder anzusiedeln. Somit ergeben sich auch wieder Gefahren für unsere Haustiere. Schafe und Ziegen die als Weidetiere leben müssen vor den Großraubtieren geschützt werden. Tiere in Stallungen sind jedoch kaum gefährdet. | |
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In Südeuropa und in den Balkanländern, also dort wo Wölfe nie ganz ausgerottet wurden, haben Bauern und Hirten wertvolle Erfahrungen im Umgang mit den Wölfen sammeln können. Wichtig für einen erfolgreichen Schutz ist:
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Beim Thema Hund muß man unterscheiden zwischen Hirtenhunden, die in erster Linie zum Treiben der Herde genutzt werden und Schutzhunden. Diese sollen die Herde gegen Angreifer schützen. Dazu sind nur wenige einheimische Hunderassen geeignet. Wichtig ist, daß die Hunde groß und schwer genug sind, sie wiegen bis über 70 kg, und daß sie mit den Schafen zusammenleben. Oft werden sie von den Hirten zusammen mit Lämmern aufgezogen, wahrscheinlich glauben sie sie wären selbst Schafe. |
| Auch Esel wurden und werden zum Schutz der Herden eingesetzt. Das sture Grautier ist nämlich ein hervorragendes Wachtier und meldet etwaige Angreifer lautstark. Außerdem laufen Esel im Gegensatz zu Pferden nicht davon, sondern gehen mit gefletschten Zähnen auf einen Gegner los. | |
| Quellen und Bilder: Canis Lupus und die Erben BUWAL - Dokumentation über Wölfe AMAROK - Wo die Wölfe heulen Arche Online - Tierenzyklopädie Irmgard Klempel - Wolfsarten Wolfblut-de - Informationen über Wölfe Wolfmagazin ZADI - Zentralstelle für Agrardokumentation und -information Projekt Wolf - Stadt Wien Gesellschaft zum Schutz der Wölfe e.V. Deutsche Wolfsgemeinschaft Frankenwald-Gymnasium Kronach - Wölfe im Frankenwald Alternativer Bären- und Wolfpark KORA Schweiz Thoddys Wolf Website Wolfforum Schweiz Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft International Wolf Center Large Carnivore Initiative for Europe (LCIE) Wolf Story The Searching Wolf Wolf Society Homepage Märchen: Rotkäppchen in heutiger Sprache Märchen: Rotkäppchen in heutiger Sprache Die Entstehung der Märchen vom «großen, bösen Wolf» |
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