Schullandheim Zöthen

Projekte - Natur des Jahres 2003

Kobi
 
Die Barbe
Barbus barbus
 
Der Verband Deutscher Sportfischer e.V. hat die Barbe zum Fisch des Jahres 2003 gewählt.
Fisch des Jahres 2003 - Die Barbe

Diese Fischart - wie schon einige Fische des Jahres bisher - gehört zu den wandernden Fischarten. Sie kommt außer in Skandinavien, Dänemark, Schottland und Irland in fast ganz West- und Mitteleuropa vor.

Auch diese Fischart ist als gefährdet anzusehen. Die Gefährdungsursachen sind bei allen Wanderfischarten die gleichen: Nachteilige Veränderungen des Lebensraums durch Stauwerke, fehlende Durchgängigkeit des Flußlaufs als Folge der Sperrwirkung von Wasserkraftanlagen.

Die Barbe ist Leitfisch des Mittellaufs unserer Flüsse, vergesellschaftet mit einer entsprechenden typischen Lebensgemeinschaft von Organismen in diesem Lebensraum. Dieser Mittelabschnitt des Flusses wird daher Barbenregion genannt. In natürlichem Zustand ist die Region gekennzeichnet durch klares, rasch fließendes und gut belüftetes Wasser, dessen Abflußmenge gefällebedingt insbesondere bei Hochwasser deutlich erhöht sein kann. Das sind aber auch die idealen Voraussetzungen für die energetische Nutzung des Abflusses vor allem im Mittellauf unserer Flüsse und Ströme.

Die gesellig lebende Barbe zieht zur Laichzeit in großen Schwärmen zu ihren flußaufwärts liegenden Laichgebieten, wo sie Geröll und Kies als Laichunterlage antrifft. Wird der Barbe jedoch der Weg durch Querbauten im Wasser verwehrt, ist ihre Fortpflanzung bei fehlendem Laichsubstrat im gestauten Flußabschnitt gefährdet bzw. unmöglich, ihr Bestand vom Untergang bedroht. Früher war die Barbe in den Mittelläufen der größeren Flüsse häufig vertreten.



Steckbrief

Größe und Gewicht:
40 - 60 cm und 1 - 3 kg

Allgemeines:
Allgemeines: Die Barbe ist die Leitart größerer Flüsse mit mäßiger Strömung und sandig bis kiesigem Untergrund. Hier lebt sie meist gesellig in kleinen Scharen. Als dämmerungsaktiver Fisch hält sie sich tagsüber in durchströmten Unterständen auf und geht erst in der Dämmerung auf Nahrungssuche. Bei ihren Wanderungen legt die Barbe oft mehrere Kilometer zurück.

Nahrung:
Nahrung: Als Nahrung dienen Insektenlarven, Würmer und Kleinkrebse. Gelegentlich auch Algen und kleine Fische.

Lebensraum der Barbe
Kennzeichen:
Die Barbe hat einen langgestreckten, schlanken Körper. Das Maul ist unterständig und besitzt an der Oberlippe 4 Barteln. Der dritte und längste Hartstrahl der Rückenflosse ist am Hinterrand stark gesägt. Der Rücken ist blau- bis schwärzlichgrün, die Seiten heller und der Bauch weiß mit oft leichter Rotfärbung. Alle Flossen sind grünlichgrau mit leichter Rotfärbung. Mitunter treten Goldvariationen (Goldbarben) auf.

Vorkommen:
Die Barbe besiedelt den mittel- und osteuropäischen Raum. Dieser Raum ist im Norden durch Nord- und Ostsee, im Osten vom Dnjepr-Becken, im Süden von den Alpen und im Westen durch den Atlantik begrenzt. Auf den britischen Inseln kommt sie nur im Südosten vor.
Kommt in entsprechend strukturierten Gewässern in ganz Deutschland vor. Ihre Bestände sind jedoch stark ausgedünnt und lokal verschwunden. Sie wird z.B. in Thüringen als vom Aussterben bedroht eingestuft. Im Gesamten wird sie als stark gefährdet eingestuft.

Fisch des Jahres 2003 - Die Barbe
Wanderungen
Die Barbe gehört, wie fast alle Fließwasser-Fische, zu den wandernden Arten. Sie zieht zur Laichzeit in großen Schwärmen zu ihren flussaufwärts liegenden Laichgebieten. Durch die Barriere-Wirkung von unzähligen Stauwehren und Wasser-Kraftwerken sind unsere Bäche und Flüsse aber nicht mehr durchgängig. Die lebensnotwendigen Wanderungen werden durch diese unüberwindlichen Quer-Bauwerke unterbrochen, denn eine Ausstattung mit Fisch-Treppen ist meist die Ausnahme.

Fang:
An der Grundangel mit Laufblei hat man die beste Aussicht, die nur am Grund anzutreffende Barbe zu fangen. Als Köder eignen sich Tauwürmer, Käse, Speck und Maden. Tiefe Gumpen und hinter Wehren und Turbinen sind die besten Fangplätze.

Fisch des Jahres 2003 - Die Barbe
Vermehrung:
Zur Fortpflanzung sammeln sich die Barben zu größeren Schwärmen und wandern stromaufwärts zu den Laichplätzen, flache und stark überströmte Kiesbänke.
Hier werden die kleinen, goldgelben, nur leicht klebenden Eier in die Zwischenräume des kiesigen Untergrundes eingeschwemmt. Die nach ca. zwei Wochen schlüpfenden Larven verbringen weitere 10 Tage in den Hohlräumen der Flusssohle, bevor sie schwimmfähig sind.

Laichzeit:
Mai bis Juni.

Fisch des Jahres 2003 - Die Barbe
Besonderheiten:
Der Laich der Barbe ist giftig. Nach dem Genuss treten Vergiftungserscheinungen wie starker Brechreiz und Durchfall auf.

Gefährdung:
Die Gewässerverunreinigung der letzten Jahrzehnte ist wohl der eigentliche Grund für die starke Abnahme der Barbenbestände. Querbauwerke wie Wehre und Staustufen verhindern Wanderungen und verändern die Morphologie der Gewässer oft so, dass sie den Bedürfnissen der Barbe nicht mehr gerecht werden können.

Schutz:
Die Gewässerverunreinigung der letzten Jahrzehnte ist wohl der eigentliche Grund für die starke Abnahme der Barbenbestände. Querbauwerke wie Wehre und Staustufen verhindern Wanderungen und verändern die Morphologie der Gewässer oft so, dass sie den Bedürfnissen der Barbe nicht mehr gerecht werden können.

Quellen und Bilder:
Verband Deutscher Sportfischer (VDSF e.V.)
www.angeln.de
Wasserwirtschaftsamt Bayreuth
www.angeln und jagen.de


Natur des Jahres 2003 Download Steckbrief Barbe
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