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Camburg - Heimatmuseum

Kobi

Heimatmuseum Camburg Bereits im Jahre 1910 trug Oberlehrer Eduard Türk die ersten Gegenstände zu einer heimatkundlichen Sammlung zusammen, jedoch erst 1949 wurde das Museum in dem 1742 erbauten Amtshaus untergebracht.
Hier, auf dem ältesten Siedlungsgebiet von Camburg, entstand nach der Zerstörung der Burg 1451 das "Amt", der Sitz der landesherrschaftlichen Verwaltung der Grafschaft. Das "Schütthaus", welches das Zinsgetreide der Untertanen aufnahm und im Keller die Amtskelter beherbergte, stand auch hier.
An diese Zeiten erinnert noch der ausgemauerte Torbogen an der Nordseite des Hauses. 1742 erfolgte der Umbau in die jetzige Gestalt.
Nach dem Tod Eduard Türks 1961 übernahm ein ehrenamtliches Kollektiv aus den Reihen des Kulturbundes die Leitung des Museums und gestaltete es in jahrelanger Arbeit nach neuen Gesichtspunkten um. Maßgeblich beteiligt daran waren Alfred Maas, Dr. Gerhard Jakob, Johannes Herzog und Max Hohmann. 1965 wurde die Sammlung wieder eröffnet und laufend erweitert.
Seit 1983 ist das Museum hauptamtlich besetzt und ganzjährig geöffnet.
Schon im Treppenhaus begegnet uns eine Sammlung thüringischer Bauernmöbel in schöner Bemalung. Neben einem Brautschrank von 1767 fand hier der Schwanenkronleuchter aus dem alten Rathaus seinen Platz. Dieser stilistisch interessante Leuchter wurde im 18. Jahrhundert von Camburger Metallhandwerkern angefertigt.
Aus dem großen Bestand urgeschichtlicher Funde, die im letzten Jahrhundert in unserer engeren Heimat geborgen wurden, sehen wir im Raum 1 die schönsten Stücke. Vom Faustkeil der Altsteinzeit bis zum kunstvoll durchbohrten Steinbeil der Jungsteinzeit wird die Entwicklung unserer Heimat in der Urgeschichte gezeigt. Urnen der Bandkeramiker, Handmühlen, Werkzeuge und Waffen der verschiedenen Kulturgruppen zeigen anschaulich, wie reich bevölkert unser Gebiet in dieser Zeit war. In diesem Raum, der von dem bekannten Wissenschaftler Dr. Mania gestaltet wurde, wird eine gute Übersicht der Erdgeschichte, der Geologie und der Entwicklung des Lebens gezeigt.
Ansicht von Camburg
älteste Ansicht von 1674
Die Entwicklung der Stadt vom späten Mittelalter bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts zeigt die Ausstellung im nächsten Raum. Dazu gehören die kolorierten Reproduktionen aus der "Beschreibung des Fürstl. Sächs. Ambts Camburg v. J. 1674", die wohl die ältesten erhaltenen Abbildungen unserer Stadt sind. Weitere Stadtansichten und Stiche aus verschiedenen Zeitabschnitten, eine handgeschriebene Bürger- und Stadtordnung von 1585, Hieb- und Schußwaffen aus den Befreiungskriegen ergänzen das Bild. Erinnerungen an die Bürgerwehr, die Camburger Schützengesellschaft und das Vogelschießen schließen diese Abteilung ab.
Zinnkannen Der größte Raum des Hauses erinnert an die Tradition des Camburger Handwerks. Zu sehen sind auch die Innungsladen der Camburger Handwerker, zum Teil noch voller Protokollbücher bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts zurückreichend.
Aus der Saalemühle stammen von 1702 fünf geschnitzte Eichensäulen, die mit Weinlaubmotiven verziert sind.
Erzeugnisse aus Holz, Metall, Innungsladen, Handwerkszeichen und Hausrat aus Zinn, Messing und Kupfer sind in reicher Auswahl zu sehen, aber auch Erzeugnisse längst ausgestorbener Handwerkszweige wie die der Töpfer und Blaudrucker. Vertreten ist auch die alte und neue Thüringer Keramik mit Erzeugnissen der umliegenden Töpferzentren.
Als Attraktion gilt eine Spieluhr von 1890, die den Besucher mit alten Melodien erfreut. Bäuerlicher Hausrat und Geräte aus Holz schließen den Ausstellungsrundgang ab. An die ehemalige Nutzung der Räumlichkeiten als Gefängnis erinnern drei massive Eichentüren mit originaler Verriegelung und Sichtloch.
Spieluhr aus dem Jahr 1890
Spieluhr aus dem Jahr 1890


Quelle: Heimatmuseum Camburg, Frau Herzog
Grafik: Dieter Hasse




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