Schullandheim Zöthen
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![]() älteste Ansicht von 1674 |
Helle Kalkfelsen über den Dächern schmaler Straßen prägen das Bild dieser Thüringer Kleinstadt, die von der Saale in zwei Teile getrennt wird. Über den Fluß verbinden zwei Brücken die im Osten gelegene ältere "Meißner" Stadtseite mit der "Thüringer" Stadtseite, die sich nach Westen immer weiter ausbreitet. |
| Die Saale brachte über Jahrhunderte durch die Flößerei und die jährlichen Holzmessen, aber auch durch die bedeutende Saalemühle, Arbeit und Verdienst für die Einwohner. Eng verbunden war die Mühle mit der Burg der Wettiner, der Cyriaksburg, die erstmals 1166 in einer Urkunde des Markgrafen Otto erwähnt wurde. 1451, im Sächsischen Bruderkrieg, wurde die umfangreiche Burganlage zerstört. Der erhaltene Turm ist heute das Wahrzeichen der Stadt. | ![]() Camburg von der Klause aus - Aquarell um 1880 |
![]() Stadtansicht Aquarell vom Apotheker Ludwig Hermann Cerutti - um 1830 |
Heute ist Camburg eine Kleinstadt mit etwa 3000 Einwohnern, eingebettet in die Flußlandschaft des mittleren Saaletals. Bewaldete, zum Teil steile Hänge, an denen früher Wein angebaut wurde, steigen unmittelbar vom Flußufer aufwärts und machen diese Landschaft auch für Wanderer reizvoll. |
StadtwappenDas Stadtwappen stellt den Heiligen Laurentius in blauem Gewand, mit schwarzem Rost in der Rechten und grünem Palmenzweig in der Linken dar. |
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Die Legende berichtet, daß Laurentius bei der Christenverfolgung die Schätze der Kirche ausliefern sollte. Als er die Armen und Kranken als solche bezeichnete, wurde er auf dem Rost lebendig verbrannt und später heilig gesprochen. Den Heiligen Laurentius zeigt bereits das älteste Siegel der Stadt aus dem Jahre 1603. |
RathausNachdem das im Jahre 1741 erbaute alte Rathaus den Ansprüchen der Stadt nicht mehr genügte wurde 1888-1890 das neue Rathaus gebaut. Der 25 m hohe Rathausturm beinhaltet zwei Glocken. 1994 knickte ein Sturm die Turmspitze ab, deshalb wurde 1995 eine neue Turmkugel aufgesetzt. |
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BurganlageKarl der Große baute 742-814 die Grenzbefestigungen des Frankenreiches an der Saale aus. Es entstanden Holzbefestigungen auf dem Turmberg und am westlichen Saaleufer Anlagen zum Schutz der Furt. Unter den Königen Heinrich I. und Otto I. wurden die Befestigungen ausgebaut und Grenzmarken gebildet. Im 12. und 13. Jahrhundert war sie eine wichtige Veste der Meißner. 1451 nach Beendigung des sächsischen Bruderkrieges wurde die Burg als letztes Bollwerk zerstört. Heute steht noch ein runder, etwa 40 m hoher Turm mit flachem Kugeldach |
![]() Turm der Camburg - Kupferstich um 1750 |
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Wappenhaus1928 wurde das Kreishaus mit den Wappen der Dörfer eingeweiht. In diesem Haus, das vorher die Post beherbergte, befand sich die Verwaltung der selbständigen "Kreisabteilung Camburg". |
Hausbrücke1709 verkaufte die Mühle die Feldstücke zwischen Saale und Lache an private Eigentümer Diese schufen sich in der Folgezeit einen eigenen Zugang zu dem „Wehrigt" durch die Hausbrücke. Eine Besonderheit sind die an beiden Seiten angebrachten Tore. Sie wurden nachts verschlossen, um Dieben den Zugang zu den "Krautländern" zu verwehren. 1968 wurde die Lache mit Erd- und Schuttmassen verfüllt und die Hausbrücke stand viele Jahre scheinbar sinnlos auf dem Trockenen. Erst 1995 bekam die Hausbrücke mit der erneuten Instandsetzung der Lache ihre eigentliche Bestimmung zurück. Nach 27 Jahren laufen die Turbinen der Mühle nun wieder auf Wasserkraft und die Hausbrücke steht nicht mehr auf dem Trockenen und verbindet abermals die kleine Insel zwischen Saale und Lache mit dem Festland. Gleichzeitig ist durch das Gewässer und deren Uferzone für Pflanzen und Tiere ein wichtiger Lebensraum abermals entstanden. Derzeit wird die Hausbrücke mit Fördermitteln aus der Denkmalpflege rekonstruiert. |
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Die Camburger StadtkircheDie ursprüngliche romanische Uferkirche war vor der Reformation dem Heiligen Laurentius geweiht. 1539, nach der Reformation wurde die Kirche vergrößert. Zwar blieb sie durch den 30jährigen Krieg verschont, aber ein Blitz zerstörte 1701 das Gebäude während eines Gottesdienstes. Der Neuaufbau begann sofort und 1708 wurde die neue Kirche eingeweiht. Der wertvolle, barocke Kanzelaltar wurde vom Jenaer Bildhauer Philipp Popper geschnitzt und 1712 aufgestellt.1890 mußte das Kirchenschiff wegen schwerer Hochwasserschäden abgerissen und höher gelegt werden. Die Kirche wurde dabei im spätgotischen Stil neu erbaut. 1954 erhielt der 48 m hohe Turm drei Glocken aus Leipzig. Als Kostbarkeit beherbergt die Kirche ein gotisches Grabrelief, einen gotischen Taufstein und ein spätgotisches Kruzifix in der Turmhalle. |
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KlauslochAm Weg nach Tümpling sehen wir oberhalb der Saale eine in den Kalkfelsen gehauene romanische Anlage, die Klause, auch Klausloch genannt. Vom Weg aus führen Steinstufen in die Höhle, die in zwei Räume gegliedert ist. An eine kleine Kapelle mit noch erkennbarer Altarnische schließt sich der Wohnraum des "Klausners" an, der sicher im frühen Mittelalter hier gewohnt hat. Wegbeschreibung für eine Wanderung vom Schullandheim zum Klausloch. |
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Cyriakskirche1,5 km nordwestlich von Camburg befindet sich die Ruine dieser romanischen Kirche. Erbaut wurde die Kirche vermutlich um das Jahr 1000 als Stiftung einer Feudalherrin. 1121 urkundliche Erwähnung als Kirche von "Stubi". 1539 hat der letzte Pfarrer die Kirche verlassen. Danach verfiel sie und lieferte Baumaterial für die umliegenden Ortschaften. Mauerreste und erhaltene romanische Bögen bilden in der Waldlandschaft eine stimmungsvolle Kulisse für Veranstaltungen im Sommer. |
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![]() Gutshaus in Posewitz Aquarell von 1876 |
Posewitz |
Zöthen |
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Tümpling1,5 km nordwestlich von Camburg liegt am rechten Ufer der Saale, am Einfluß des Schinditzer Baches, der Ort Tümpling, 1242 Tümplink genannt. Der Ort und das gleichnamige Adelsgeschlecht sind gleichsam verwachsen, denn schon um 1300 waren die von Tümplings Castellani der Burg Camburg. Das Herrenhaus, auch Schloß genannt, liegt über dem Ort und war von etwa 1300 - 1789 Sitz des gleichnamigen Adelsgeschlechts. Der letzte Umbau des Schlosses, Nordflügel und Treppenturm, erfolgte im 19. Jahrhundert durch die Familie Vogt. Park und Gartenanlagen ziehen sich am Hang entlang herunter zum Gutshof hin. Eine weitere Parkanlage verläuft an der Felswand, der Clause, längs der Saale entlang. Der letzte Umbau des Schlosses, Nordflügel und Treppenhaus, erfolgte im 19. Jahrhundert. 1993 wurde das Schloß von Nachfahren des Tümplinggeschlechts erworben und wird gegenwärtig rekonstruiert. Das eigentliche Dorf liegt auf der anderen Seite des Schinditzer Baches. |
StöbenAm linken Ufer der Saale, 2,5 km von Camburg entfernt, liegt das bereits 999 Stuve und 1088 Stubi genannte Dorf. Im Mittelpunkt des Dorfes stand immer das Gut, auch Siedlerhof genannt. Es hob sich von den übrigen Gehöften durch die Größe des Wohnhauses und des Wirtschaftshofes ab. Eng in Verbindung mit dem Ort Stöben stand immer die 1,5 km nordöstlich von Camburg gelegene Cyriakskirche. Erbaut wurde die Kirche vermutlich um das Jahr 1000, als Stiftung einer Feudalherrin. 1121 wird sie urkundlich erwähnt als Kirche von Stubi. 1539 hat der Pfarrer nach Visitationsberichten die Kirche verlassen. Danach verfiel sie und lieferte Baumaterial für die umliegenden Ortschaften. Heute ist die romanische Kirchenruine ein beliebtes Ausflugsziel. Sie ist über die Landstraße, unter hohen Bäumen oder von der Siedlung aus, durch das Waldgebiet über den Hohlweg zu erreichen. |
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Schinditz1,5 km nordöstlich von Camburg an der Straße nach Naumburg, liegt in einer Vertiefung am Schinditzer Bach, das Dorf. Schinditz wird 1414 Scinditz genannt und als Vorwerk der Stadt Camburg und Rittergut Schloß Tümpling bezeichnet. Die Entwicklung des Ortes wurde zum großen Teil durch das Gut bestimmt. Die kleine Siedlung war durch ihre ortsnahe Lage zu Camburg in der Entwicklung sehr begrenzt, denn Kirche, Schule, Handwerker und Geschäfte waren in Camburg bequem und schnell zu erreichen. Ein Molkereibetrieb bot in der Vergangenheit neben der Landwirtschaft die einzigen Arbeitsplätze. Nach dessen Schließung wurde ab 1965 Hunde- und Katzennahrung produziert. 1990 wurde dieser Betrieb von einem privaten Investor übernommen, der weiterhin Tiernahrung herstellt. |
DöbritschenErstmals erwähnt wurde der 2 km südlich von Camburg liegende Ort 1219 und 1244 als Döberscen. Die Saalemühle wird ebenfalls schon 1219 genannt und gehörte zum Gut und wurde verpachtet. Sie war durch ihre Größe recht bedeutend und wechselte im Laufe der Jahrhunderte oft den Besitzer. 1907 erfolgte der Verkauf an einen Bankdirektor aus Artern, der nach umfangreichen Umbauarbeiten ab 1908 aus dem Elektrizitätswerk Döbritschen 77 Ortsnetze mit Strom belieferte. 1982 wurde der Betrieb geschlossen und zehn Jahre später durch einen privaten Investor erworben und wieder in Funktion gesetzt. Die alten Turbinen von damals liefern seit 1992 wieder Strom. Der durch den Ort führende Saale-Radwanderweg erfreut den Besucher durch die abwechslungsreiche Landschaft. |
![]() Saalemühle in Döbritschen nach einem Bild um 1850 |
Quelle: Heimatmuseum Camburg, Frau Herzog
Grafik: Dieter Hasse
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