Schullandheim Zöthen

Unsere Ehemaligen - Im Gedenken

Kobi


Hella

Hella

Erinnerungen aus der Zeit mit und um Hella

Hella kommt ins Moos

Die Amper schlängelt sich auf eine Länge von über 175 km durch unsere bayerischen Lande. Sie kommt an manchen schönen Orten vorbei und umfließt viele trauliche Stellen vom Ammersee bis hin zur Isar.
Ein Fleckchen an seinen Ufern aber ist ein wirkliches Kleinod. Kaum bekannt und doch von einer bemerkenswerten Einmaligkeit.
Es ist das "Fischgut Alte Amper".
In saftige Wiesen gebettet, umgeben von moorigen, mäandrischen Altwassern und versteckt zwischen mächtigen Pappeln, hohen Ulmen und dunkelroten Blutbuchen liegen verstreut die alten, heimeligen Gutsgebäude.
Hochstöckige Häuser sind es mit gut in die Landschaft passenden, für die Gegend aber ungewöhnlich steilen Dächern. Schmale Gauben darauf blinzeln wie aufgeklappte müde Augen zwischen den altersrauen, leicht bemoosten Biberschwanzziegeln. Ein samtweicher, dunkler Mantel aus braunem, verwittertem Holz umgibt schützend alle Häuser. Vielsprossige Fenster, seitlich von Läden wie von Flügeln gerahmt, geben von allen Zimmern und von allen Stockwerken den Blick frei in die von einem begnadeten Landschaftsarchitekten gestaltete Umgebung.

Im Moos
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Obwohl das kleine Reich durch viele zehrende Pächter- und gleichgültige Besitzerhände gegangen ist, hat es nie seinen bezaubernden Charme verloren. Ich kannte das Fischgut schon seit vielen Jahren. Nie hätte ich mir jemals träumen lassen, daß ich einmal einen besonders schönen Teil meines Lebens dort, wie man in Bayern so stolz zu sagen pflegt, regieren durfte.
Besonders gefreut hat mich, daß Hella mit mir und meinen Pferden dort einzog.
Toni und seine Familie kamen oft zu uns ins Moos. Sie halfen beim Koppelbau, nahmen teil am Aufbau meiner Arbeit mit Kindern und Pferden und verlebten mit uns viele heitere Stunden. Mit Hella und unseren anderen Pferden durchstreiften wir immer wieder die nördliche Umgebung Freisings.

Eine schöne Zeit.

Das Moos war für unsere Pferde, die an Zahl zugenommen hatten, ein Paradies.
Für uns schon auch. Nur hatten wir anfangs wenig Zeit. Es machte viel Arbeit, ein Stück "heile Welt" zu schaffen, in dem Kinder und Tiere den Mittelpunkt bilden sollten. Das ehemalige Fischgut war zwar etwas herunter gekommen, bot dafür aber eine zauberhafte Substanz.
Ob Pferde ein Empfinden für die Schönheit einer Landschaft haben, weiß ich nicht. Wir jedenfalls freuten uns immer wieder, weil wir zu jeder Jahreszeit erleben durften, was ein künstlerisch begnadeter Architekt und Landschaftsgestalter einige Generationen vor uns geplant und geschaffen hatte.
Um es, ohne das Idyll zu stören, für unsere Zwecke und mit unseren Pferden nutzen zu können, errichteten wir nur auf einer Seite der großen Wiese aus ungeschälten Stangen einen Koppelzaun. Gegenüber begrenzte ein Altwasser mit einem Fichtenwäldchen im Hintergrund die Weide. Hellblättrige Birken mit weißen Stämmen vor dunkelgrünen Koniferen belebten das Panorama. Freundlich bunt erfreuten sie das Auge und oft genug auch unser Gemüt.

Im Moos

Die große Koppel ermöglichte unseren Pferden immer wieder ein fröhliches Dahinstürmen. Nachdem sie sich ausgetobt hatten, verteilten sie sich in kleine Gruppen und rupften mit Hingabe und peinlicher Auslese Gräser und schmackhafte Pflanzen. Hella, hatte sich mit Astrid angefreundet. Beide wateten oft stundenlang gemächlich in dem knietiefen Bach, der von der Amper kam und früher die Fischteiche mit Wasser versorgen mußte. Der saftige Uferbewuchs hatte es ihnen angetan.

Morgenstimmung im Moos




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