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Hella |
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Erinnerungen aus der Zeit mit und um Hella |
Die hervorragenden Eigenschaften von Hella beim Jagdreiten ließen die Vermutung aufkommen, daß auch Prüfungen in der Vielseitigkeitsreiterei ein Bereich sei, der erprobt werden sollte.
Zu Hause im Übungsgelände zeigte sich Hella schon sehr eigenwillig. So war es manchmal unverständlich, weshalb sie einen schwierigen Sprung anstandslos überwand, beim nächsten, simplen Hindernis jedoch einfach stehen blieb.
Trotzdem, warum sollte man es nicht einfach einmal versuchen.
Bei der Begehung der hügeligen Waldstrecke mit viel Wechsel von schattigen Wegen zu plötzlichem Gegenlicht, ertönte von Toni ein Überraschungsruf nach dem anderen. "Das springt die Hella nie!" oder "Spätestens hier ist für mich das Ende!" Da war ein Wurzelsprung am Waldrand gegen die Sonne zu springen. Dort lehnte ein bunter Fischerkahn vor einer glitzernden Wasserfläche. Ein lustig plätschernder Brunnen dicht neben einem Baumstammoxer könnte der Hella vielleicht auch nicht gefallen. Kurz um, die Hoffnung auf einen ehrenvollen Durchgang schwand je näher das letzte, relativ leichte, mit Stroh unterbaute Hindernis vor dem Ziel erreicht wurde.
Hellas Antennen spürten natürlich die Spannung, die den Toni beherrschte. Obwohl sie nicht wusste was kommt, zeigte sie Nerv. Sie tänzelte wie ein Rennpferd auf dem Sattelplatz, zeigte sich fluchtbereit und gespannt.
Als endlich die Startflagge gesenkt wurde, schnellte Hella wie von einer Feder abgeschossen los. Nur weg von diesem hektischen Platz. Den ersten Sprung, einen dicken Baumstamm, überflog sie flüssig, aber immer noch etwas gespannt. Auch die nächsten Hindernisse nahm sie souverän. Bei einer leichten Steigung fand sie schließlich ihren Rhythmus. Die Atmung wurde gleichmäßig prustend dem Galoppsprung angepasst.
Ein kleines Problem gab es bei der Futterraufe, die frei auf der Waldlichtung stand. Das nach links leicht geöffnete Hindernis lud tückischer Weise zum Ausweichen ein. Früh genug spürte Toni Hellas Tendenz links vorbei zu laufen. Mit einem imponierenden Brüller und energischem Gegensteuern brachte er sein Pferd gerade noch rechtzeitig davon ab. Dadurch etwas aus dem Takt gebracht, passte der Absprung nicht mehr.
Hella half sich geschickt und "kletterte" sozusagen mit mächtigem Schub steil über das Hindernis. Ein Vorderhuf knallte krachend gegen die Stange. Egal, jedenfalls einwandfrei überwunden. Der Wurzelsprung im Gegenlicht, der Fischerkahn vor dem Teich, auch all die anderen Schwierigkeiten nahm Hella wie ein Profi in hervorragender Zeit und bestechender Manier
Endlich, der letzte Sprung, freundlich, nicht sehr hoch. Mit Stroh ausgefüllt und schon in Sichtweite der Ziellinie.
Hella steht.
Toni ist so überrascht, daß er ungläubig umdreht und sofort neu anreitet.
Und wieder steht die Hella.
In der Aufregung klappt auch der dritte Versuch nicht.
Ausgeschieden wegen dreimaligem Verweigern.
Da sollte man sich nicht ärgern. Nach der Freude alle gefürchteten Schwierigkeiten bravourös überwunden zu haben, streikt Hella an diesem mickrigen letzten Sprung. Toni ist wütend und beleidigt.
Niedergeschlagen führt er sein Pferd zum Anbindebalken, nimmt Sattel und Zaumzeug ab, wirft beides in den Kofferraum seines Autos und fährt heim.
Koch Sepp sieht später die Hella alleine da stehen. Er findet natürlich den Toni nicht und erfährt von dessen Abfahrt. Schließlich nimmt er Hella in seinem Hänger mit nach Hause.

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