Schullandheim Zöthen

Unsere Ehemaligen - Im Gedenken

Kobi


Der Donnerstagsclub


Gedacht war`s als Kommuniongeschenk
Zum Ausprobiern - ein paar Runden - doch bedenk`,
Daraus entstand, man seh es klar,
die Hauptbeschäftigung für volle fünf Jahr.

Sabrina hatte schon nach kurzer Zeit
Am Reiten beim Plank eine Riesenfreud.
Von nur ein paar Runden war nicht mehr die Red
Und ich hatte jede Woche des Gfrett.

Bis ich auf den glorreichen Gedanken kam
Mir die Andi einmal beiseite nahm:
Moanst, i kannt`s a amoi probiern?
Da fing Andi an, vorsichtig zu jongliern.

„Im Moment hab`i alle Kurse voll
Aber falls amoi ebbas frei wern soll,
sag` i da`s glei“. So sprach sie weise,
denken daggegen tat sie leise:

Ghört die jetzt zu dene Leit,
de`s lerna woin und ham a Freid ,
oder g`herts zu dene Dirn
de zwar nix lerna, aber de Pferd nix dean?

Im Oktober 90`ge war`s dann soweit,
sehr zu meiner, vielleicht auch ihrer Freid` ,
nauf hat`s mi lassn, aber nur auf`d Hella
Meg`n hätt`i`s, unter uns g`sagt, eh net schneller!

Nach einem langen, einsamen Winter
Kam schließlich auch die Anita dahinter,
sich auch auf den Rücken der Pferde zu wagen,
Nur ließ sie sich nicht nur einfach tragen.

Nein, in ihr steckt echtes Naturtalent,
wenn sie so ihre Bahnen rennt.
Auf dem Rücken von Janosch. Sie wird nur bittter,
setzt sie die Andi mal auf die Gitta.

Ganz anders verhält sich`s mit Claudia,
mit hurry, hurry legt sie der Gitta nah
Sogar zu galoppieren - wir waren begeistert - ,
wie Claudia dies bequeme Tier meistert.

Doch hatte sie – wie alle – auch Schwierigkeiten,
ich denk`nur an Welko und Fanny, die beiden,
die früher weitab von Andis Zugriff standen
und immer einen Weg zum „nicht aufzäumen lassen“ fanden.

Aber immer steht der Gerhard zur Seite,
er hilft nicht nur ihr, nein, der ganzen Meute:
auftrensen, satteln, Pferde fangen,
Tore schließen und Reitgeräte zulangen.

Aus manch`einer einsamen Winterstunde
Wurde so eine fröhliche Donnerstagsrunde.
Dann schlossen sich Katrin und Nicki noch an
So war`n wir vier Frauen, 3 Kinder, ein Mann.

Doch keine Angst - ihr wisst - der eine
Mann blieb nicht lang alleine.
Denn unser Torsten, der erweitert
Das starke Geschlecht, auch wenn`s Euch erheitert.

Torsten hatte viele Fähigkeiten
Er konnte radfahren, joggen, manchmal auch reiten.
Im Rechenweitwurf war er besonders geschickt,
auch wenn das Pferde und Reiter erschrickt.

Ostern 93 zuckelten wir per Bahn
voller Erwartung in Thüringen an.
Für alle Leut war der Schreck riesengroß
Andi scheuchte uns auf ungewohnte Roß.

Uli ging am ruhigsten and die Sache heran,
als Stallmutter leitete sie Große und Kleine an,
weiß jede Menge, erzählt auch viel
und sammelt Knochen im großen Stil.

Ganz anders verhielt sich`s mit Ilse und Rita
In Ermangelung von Alfi und Gitta
tobten sie mit Nusiri im Parcours grandioso
und stürzten herab als „Duo furioso“.

Man „derappelt“ sich wieder, ruht sechs Wochen aus
Zieht dann passwütig wieder nach Thüringen aus.
Trainiert in ätzender Hitze zwei Wochen,
kommt teilweise verstümmelt zur Prüfung gekrochen.

Rita jammert über ihr Hinterteil,
Katrins Daumenkapsel ist nicht heil.
Anja trägt die heiße Pobacke blau,
Ilse fühlt sich sowieso mau….

Claudia stand 10 Stunden auf der Autobahn,
Karina kam auch erst am Morgen an.
Uli ritt den Pascha zum ersten Mal
Sprich: Die Vorzeichen war´n ideal!

Aber - so tat`jetzt d`Andi sag`n
S`is ois koa Problem! (Kost`s a fast an Krag`n)
De ganze Gschicht hat uns trotzdem so g`schlaucht,
wir hätt`n alle danach an Urlaub braucht.

Mit den Jahren änderten sich die Zeiten
Anita und Katrin wollten jetzt mittwochs reiten.
Der Donnerstagsclub wurde mal größer, mal kleiner,
doch Sekt, Kaffee und Kuchen verschmähte keiner.

Elke und Nici waren fortan feste Begleiter.
Iris trank Kaffee, war aber kein Reiter.
Gabi beschäftigte manche Kinderscharen,
die mal wieder hier im Ferienkurs waren.

Iris war oft mit der Schere zur Stelle,
sie schnitt aber Haare, keine Felle,
und Claudia, unsere Jüngste im Bunde
bereicherte auch reiterlich die Runde.

Bianka kam meist an
Dann erschien nochmal - ein Mann!
Nicht lange - denn dieser edle Ritter
sagte „Deichselschweinchen“ zu unserer Gitta!

Egal, ob kurz bei der Truppe, ob lang
auf die Pferdeeinteilung wartete jeder bang,
wenn Andi, ein teuflisches Blitzen im Auge,
entschied, welches Pferd heut wohl für uns tauge.

Und wenn ma`s unter der Reitstund`was fragt,
hoaßt`s: „tua hoit amoi des, was ma da sagt!“
Sogar d`Pferd`l macha si`aus`m Staub,
wenn`s sagt: „glei gibt’s an Batscher auf`s Aug`!“

Mit oam Fuaß in Zöthen, mit`m andern da -
des ko net lang guat ge`, des is klar!
Drum kühlt d`Andi ihr`n Sekt ab jetzt in der Saale,
und net im Fischbach, wie mehrere Male…….

Wir wünschen Dir Glück, ganz ohne Frag`
und dort a so Leit -- wia hoit am Donnerstag!


Mit einem herzlichen

Dank da`sche` !

Ilse




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