Erlebnisfreizeit für Mädchen in Thüringen

Unter dem Motto "Girls just wanna have fun" stand dieses Jahr die Erlebnisfreizeit in Thüringen, die der Kreisjugendring Landshut anbot. Vom 8.8. bis 15.8. 2004 konnten diesmal 12 Mädchen im Alter zwischen 12-15 Jahren die bunte Vielfalt unseres Nachbarfreistaates kennen lernen.
Ponyspiele
Ponyspiele...
Das in ein Schullandheim umfunktionierte ehemalige Hauptgestüt in Camburg/Zöthen bietet für Jugendgruppen besondere Möglichkeiten, denn es ist das einzige gemeinützig anerkannte Schullandheim in Deutschland, das so viele handzahme Tiere aus aller Welt beherbergt. Kaum angekommen, machten sich die Mädels bei einem Rundgang über das beeindruckende Gelände mit Hunden, Schafen, Ziegen, Lamas, Guanakos, Wollschweinen, Zebras, Emus, Vögeln, Pferden, Waschbär, Kaninchen und sogar einem Kamel bekannt. Im Laufe der Tage konnten sie dann näheren Kontakt aufnehmen und zum Beispiel bei Ponyspielen oder beim Koppelgang der Guanakos den Umgang mit den Tieren erfahren.
Hautpflege
Hautpflege...
Neben bewährten Aktivitäten wie Schwimmen und Toben im Freibad, einer Tagesfahrt nach Jena mit dem Besuch im ältesten Planetarium Deutschlands und im Botanischen Garten (wo die Kinder neben Riesenseerosen auch Piranhas bewundern konnten), lag dieses Jahr der Schwerpunkt der Freizeit auf der Sensibilisierung unserer fünf oder sechs Sinne. Bei einem "Hexentest" lernten die Mädchen ihre feine Nase, ihren Geschmack und ihr Gehör neu kennen. Oft waren die erschnüffelten Ergebnisse verblüffend abweichend von der eigentlichen Quelle des Geruchs und so manche kleine Hexe verwechselte promt den Geschmack von Äpfeln und Zwiebeln, weil ihr die Nase zugehalten wurde. Fragen zur heimischen Flora, zu so manchem Heilkraut und zur Verwendung natürlicher Wirkstoffe konnte Leiterin Friederike Kluge beantworten und bei Wellness und einem Massageworkshop setzten die Teilnehmerinnen ihr neues Wissen gleich in die Tat um. Aus Quark, Eigelb, Honig und Öl zauberten sie schnell eine kühlende Maske gegen Sonnenbrand.
Gehör verschaffte sich die Landshuter Gruppe bei den Thüringern durch selbstgebastelte Blumentopftrommeln, die wie nebenbei auch noch kunstvoll verziert wurden.
Maskenbaum
Unser Maskenbaum!
Eine "Musentaufe" verwandelte eine Nicole in Thalia, eine Kathrin in Euterpe oder auch eine Waltraud in Melpomene und einige Musen kamen in einem selbstgeschriebenen Theaterstück nebst Zeus und Uranos zu einer tragenden Rolle. Highlight der Freizeit war zweifellos die Anfertigung einer Skulptur, bei der alle Teilnehmerinnen an mehreren Tagen ihr künstlerisches Geschick einsetzen konnten. Von allen wurden Gipsabdrücke von Gesicht, Arm, Hand oder Fuß angefertigt, die bunt bemalt an einem Baumstumpf befestigt und eingearbeitet wurden. Auch Betreuerin Steffi musste da schon mal ihren Kopf hinhalten. Da letztes Jahr der große Gipsdrache den Winter nicht so gut überstanden hatte, bekam dieser "Maskenbaum" einen Ehrenplatz im Foyer des Haupthauses, wo sich nun die Heimleiter Georg Plank, Andrea Weithenauer und nachkommende Jugendgruppen daran freuen können.
Dass dieses Jahr eine reine Mädchenfreizeit angeboten wurde, war Folge der Freizeit des letzten Jahres, bei der zufällig nur Mädchen teilnahmen. Diese war so gut verlaufen, dass die Umsetzung einer eingeschlechtlichen Maßnahme nahe lag, wo auf die spezifischen Interessen der Mädchen eingegangen werden konnte. Eine reine Mädchengruppe hat also durchaus ihre Vorteile - nicht nur für die Betreuer!
Weil eine Nachtwanderung von Sturmtief Alex vereitelt wurde, einigte man sich auf eine Wanderung zu einer Einsiedlerhöhle (dem Klausloch) und zur Ruine des ehemaligen Cyriaksklosters, dessen Mauern anno dazumal Schauplatz einer tragisch endenden Liebesgeschichte waren. Am Nachmittag vor dem bunten Abend bekamen die Landhuter dann noch Besuch von zwei Bergagamen, die uns Einblicke in die Zeit der Dinosaurier gaben. Auch einen Königspython brachte Biologielehrer Walter Behner mit, von der die Mädchen weniger erschreckt als vielmehr fasziniert waren. Zwei Lagerfeuer mit Gesang, Schattentheater, Sterngucken und viel Tanz (Betreuer Dirk und einige tanzwütige Mädchen beeindruckten durch professionelle Rock´n Roll-Einlagen) rundeten die ereignisreichen und harmonischen Tage ab. Zwölf Teilnehmerinnen und drei Betreuer wuchsen von einer bunt zusammengewürfelten Gruppe zu einer starken Einheit zusammen und bei der Ankunft am Bahnhof waren auch viele Eltern schnell überzeugt, dass unsere erste geplante "Mädchenfreizeit" ein voller Erfolg war.

Im Botanischen Garten
Im Botanischen Garten in Jena